Discos, Frauen und Pornos statt Jesus: Patrick Wolf (43) lebte viele Jahre weit weg vom Glauben. Christen fand er langweilig. Heute leitet er ein christliches Gästehaus in Thailand.
Wie kam es dazu?
Januar 2020: Patrick Wolf sitzt in seiner Berliner Wohnung, das Handy in der Hand. Wie so oft ist er auf einer Pornoseite unterwegs. Plötzlich hört er eine Stimme – nicht akustisch, aber so deutlich, als säße jemand neben ihm: „Mensch, Patrick, das hast du nicht nötig. Ich liebe dich doch.“ Der damals 38-Jährige ist sich sicher: Gott hat gerade zu ihm gesprochen. Er legt das Handy weg, holt seine verstaubte Bibel aus dem Regal und schlägt sie zum ersten Mal seit 20 Jahren auf.
Eine innere Leere
Aufgewachsen ist Wolf in der Nähe von Chemnitz. Von klein auf besuchte er mit seiner Familie eine geschlossene Brüdergemeinde. Mit elf Jahren entschied er sich für ein Leben mit Jesus. Ab dem 17. Lebensjahr wurden jedoch Discos, Frauen und Pornos interessanter. Nach einer kaufmännischen Ausbildung leistete er seinen Zivildienst in den USA, arbeitete anschließend als Reiseleiter in Europa und später im Qualitätsmanagement am Flughafen Berlin. Trotz seiner vielen Reisen um den Globus verspürte er eine innere Leere. Seine Eltern beteten viele Jahre für ihn. Gelegentlich besuchte er die freikirchliche ICF-Gemeinde in Berlin, fand Christen jedoch langweilig.
Doch nach jener Nacht im Januar 2020 veränderte sich etwas in ihm. Er verspürte einen Hunger nach Gottes Wort. Wolf erkannte, dass Gott ihm nicht als Ankläger, sondern als liebender Vater entgegenkam. Er schloss sich dem ICF Berlin an und fragte Gott im Gebet nach dessen Plan für sein Leben. Immer wieder tauchte im Alltag ein Wort auf: Thailand. Das Land hatte er bereits als Tourist liebgewonnen. Im Januar 2021 stieß er auf eine Stellenanzeige der Missionsgemeinschaft „OMF International Deutschland“. Gesucht wurde ein Manager für ein Gästehaus in Thailand, in dem Missionare mit ihren Familien
Erholung finden. „Ich wusste sofort: Das ist der Job!“, sagt Wolf. Es folgte ein umfangreicher Bewerbungsprozess. Er besuchte zehn Monate lang online das „BibelStudienKolleg“ (BSK) in Ostfildern und arbeitete nebenher weiter am Flughafen. In seiner Abschiedsmail lud er seine Kollegen ein, seinen Newsletter zu abonnieren. Seitdem schreibt er zwei Ausgaben: eine für Christen und eine evangelistisch ausgerichtete für Nichtchristen.
Frei von der Pornografie
Im März 2022 reiste Wolf aus und übernahm die Leitung eines Gästehauses fünf Stunden südlich von Bangkok. Er betreute bis zu 40 Gäste, leitete sieben einheimische Mitarbeiter, hielt Andachten und koordinierte Renovierungen. Von der Pornografie ist Wolf frei geworden, dabei half ihm die Gewissheit: „Jesus liebt mich. Er ist ein für alle Mal für meine Sünden am Kreuz gestorben – es ist vollbracht.“ Er spricht offen über seine Geschichte, u.a. während seines derzeitigen Heimataufenthalts in Gemeinden. Im November geht es zurück – mit einer neuen Vision im Herzen: ein christliches Strandresort in Thailand, in dem Jesus im Mittelpunkt steht.
Mehr über Patrick Wolf in seinem Buch „Mit Gott durch die Krise“ (Novum)
Quelle: IDEA e.V. Evangelische Nachrichtenagentur Pressedienst vom 30. Juni 2026 Nr. 122, Von Erika Weiss



