So lange Sprache lernen! Zeitverschwendung?

Missionare werden von OMF in ihrem Einsatzland nicht ins kalte Wasser geworfen. Sie stehen nicht unter dem Zwang, so schnell wie möglich Erfolge und Zahlen vorzuweisen. Die Gefahr wäre dabei, dass man die Menschen nicht wahrnimmt, zu denen man gesandt ist.

Das Programm, mit dem unsere Mitarbeitenden die Sprache und Kultur des Gastlandes vermittelt bekommen, nennt sich “Daniel Training”. Was verbirgt sich dahinter? Eva-Maria Göttmann aus Thailand erklärt. 

Der spannende Weg eines Missionars beginnt: Menschen erreichen, evangelisieren, Beziehungen aufbauen. Doch halt!

Wie können wir die Menschen am besten erreichen? Wir müssen lernen, sie zu verstehen, damit wir ihnen nicht einfach unsere eigene westliche Sichtweise aufdrücken.

Doch wie kommen wir dahin, sie wirklich zu verstehen? Nicht nur ihre Worte, sondern auch die Kultur, in die Sprache unweigerlich eingebettet ist? Intensives Lernen und Beobachten ist angesagt.

1 Art 1 Stau kleiner

Zeitverschwendung? Nein! Eine Sprache und Kultur zu erlernen, ist der erste Dienst des Missionars an seiner Zielgruppe! Es ist kein notwendiges Übel. Denn unser Ziel ist es, Menschen in ihrer Herzenssprache von Gottes Liebe in Jesus zu erzählen. Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, müssen wir diesen steinigen Weg gehen.

So wie Jesus, der alle Herrlichkeit im Himmel aufgab, werden wir „wie ein Kind“. Was passiert in diesem Prozess mit unserer Identität? Dürfen wir nicht mehr unsere eigene Sprache sprechen?

Doch. Denn auch Jesus gab trotz seiner Menschwerdung seine Göttlichkeit nicht auf. Ebenso können wir uns den Einheimischen anpassen, ohne unsere eigene Identität zu verleugnen. Wir werden es nie schaffen, hundertprozentige „Insider“ zu werden. Aber wir streben danach, akzeptierte „Outsider“ zu sein.

Art 3b Bauer Gesicht kleiner

Daniel aus dem Alten Testament ist uns darin ein Vorbild. Er wurde als Gefangener in ein fremdes Land verschleppt. Am Hof des neuen Königs erhielt er eine der besten Ausbildungen der damaligen Zeit. Er bekam einen neuen Namen, lernte eine fremde Sprache in Wort und Schrift und passte sich den neuen Gegebenheiten an.

Obwohl er dem heidnischen König treu diente, vergaß er seine Herkunft nicht und hielt treu an seinem Glauben fest.

Daniel hatte es mit Gottes Hilfe gemeistert, sich in der fremden Kultur zurechtzufinden. Daher heißt das Motto des OMF Sprach- und Kulturprogramms: „Daniel Training – At home in the culture“ (Zuhause in der Kultur).

Auf diesem Weg bauen wir echte Beziehungen auf, damit wir Asiaten die beste Nachricht aller Zeiten glaubhaft weitergeben können.

Eva-Maria Göttmann, Thailand

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