Mongolei: Ein unvergesslicher Weihnachtsmorgen

Mongolei: Ein unvergesslicher Weihnachtsmorgen

An einem Weihnachtsmorgen hatten Esther und ich Andrew* und seine Schwester Dawn* zum Frühstück zu Gast. Die beiden waren in einer nomadischen Hirtenfamilie aufgewachsen, aber beide wohnten nun in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbatatar.

Beim Frühstück hatten wir uns über die Hirten und die Krippe ausgetauscht. Als wir fertig waren fragte Dawn, ob sie etwas erzählen dürfe.

Mit ernstem Blick begann sie: „Ich erinnere mich noch daran, als ihr in unserem Haus zu Besuch kamt und uns von Jesus erzähltet. Ich war damals ein kleines Mädchen! Doch seht jetzt die Frucht eures Gebets! Ich bin Christin geworden. Mein Bruder macht eine Ausbildung zum Pastor. Gott kümmert sich um uns, so wie sich um die Hirten kümmerte!“

Tatsächlich: vor vielen Jahren hatten wir mit den Eltern von Andrew und Dawn über das Evangelium geredet. Den Kindern hatten wir keine große Aufmerksamkeit geschenkt. Andrew war oft draußen und kümmerte sich um die Ziegen, doch wenn er Zuhause war, hörte uns zu und las auch die Bibelhefte, die wir seinen Eltern gaben. Im Stillen betete er, Jesus möge ihn erlösen. Und weil Jesus selbst als Kind in die Welt gekommen war, galt sein Wort: “Lasst die Kinder zu mir kommen” (Matthäus 19,14).

Immer wieder war Dawn von Gottes Gnade in ihrem Leben so ergriffen, dass sie keine Worte fand und zu weinen begann. Sie erwähnte, dass sie den Eindruck habe, Gott berufe sie in die Arbeit mit behinderten Kindern. Aus diesem Grund setze sie sich ehrenamtlich für die Vereinigung christlicher Krankenschwestern ein.

Christ mit Gitarre in der MongoleiAls Andrew älter wurde, studierte er Ökologie in einer anderen Provinz. Dort wurde er Mitglied einer Gemeinde und leitete den Lobpreis. Nach einiger Zeit zogen Andreas und Dawn in die Hauptstadt Ulaanbaatar. Beide sind dort in einer Kirche aktiv. Andrew unterrichtet Gitarre für kasachische Jugendliche.

Andrew begann eine neue Ausbildung am Union Bible Theological College. Er hofft, eines Tages Pastor seiner abgelegenen Heimatgemeinde zu werden. Sein Pflichtjahr beim Militär hat er bereits absolviert. Dawn absolvierte die Krankenpflegeschule und arbeitet derzeit in einem Krankenhaus.

Als wir vor über zwanzig Jahren in die Mongolei kamen, kannten die Menschen hier das Weihnachtsfest überhaupt nicht. Obwohl Weihnachten heute immer noch ein normaler Arbeitstag ist, sind Weihnachtsmann, Rentiere und bunte Dekorationen in Geschäften und Restaurants im Überfluss vorhanden. Für einige ist das Fest jedoch nur ein Auftakt zum Neujahrsfest und zum Trinken. Der wahre Grund von Weihnachten wird übergangen. Aber Andreas und Dawn empfinden eine tiefe Freude darüber, dass Christus in ihnen wohnt.

Heute veranstalten viele Kirchen in der Mongolei Weihnachtsfeiern mit Predigt, Lobpreis und Gebet. In einigen Gemeinden bleibt man zu einer warmen Mahlzeit in familiärer Atmosphäre zusammen. Einige Gemeindeglieder laden Freunde und Nachbarn in ihre Häuser ein, um an herzlicher und geistlicher Weihnachtsfreude Anteil zu geben. Wir freuen uns, dass Christus verkündet wird und dass die Menschen erfahren, dass Weihnachten nicht nur ein westlicher Feiertag ist, an dem der Nikolaus gefeiert wird. Mit wem wirst du Weihnachten verbringen?

Kirk Matthews

*Namen geändert

Gebetsanliegen

  • Dankt für Andreas und Dawn und ihre Pläne, Jesus zu dienen. Lobt Gott dafür, wie der gute Samen des Evangeliums zur rechten Zeit Früchte trägt.
  • Betet für die Weihnachtsveranstaltungen der mongolischen Kirchen, dass viele kommen und von der wahren Bedeutung von Weihnachten hören.
  • Betet für mongolische Christen, die Menschen in der Weihnachtszeit in ihre Häuser einladen. Bittet darum, dass ihre Gastfreundschaft ein Zeugnis für Emmanuel, Gott mit uns, sein möge.
  • Betet, dass mehr Menschen in der Mongolei entdecken, worum es bei Weihnachten wirklich geht.

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