Volkskatholizismus auf den Philippinen

Die Philippinen gelten als einziges christliches Land Asiens. Trotzdem haben OMF-Mitarbeiter Tobias und Verena Krick gelernt, in Fragen des Glaubens auf alles gefasst zu sein.

Members of a church meeting in Veloso sing and worship together at a church meeting in Veloso.

Über 80% der Filipinos gehören zur katholischen Kirche. Mit den Spaniern kam 1521 der katholische Glaube auf die Inseln. Durch Vermischung mit dem ursprünglichen animistischen Glauben der Einheimischen entstand der sogenannte Volkskatholizismus. Das heißt, in theoretischen und dogmatischen Fragen sind Filipinos „klassisch-katholisch“. Ihr Alltag aber wird von animistischen Ritualen und Gedanken gefüllt.

Was bedeutet „animistisch“?

Der Begriff Animismus kommt von lateinisch „anima“ = Seele. Naturvölker haben in der Regel eine animistische Weltsicht. Animisten glauben, dass die Natur von Geistern beseelt ist, die die eigene Lebenswelt positiv oder negativ beeinflussen. Damit verbunden sind oft Ahnenkult und Medien als Mittler zwischen Menschen und Geistern.

Geistesheiler und Heilige sollen helfen

Vor allem in ländlichen Regionen wird das deutlich, wie auf der Insel Samar, wo wir arbeiten. Die Leute besuchen Sonntags die Heilige Messe. Wenn sie aber krank sind, gehen sie zum Geistheiler. Dieser opfert ein Huhn und führt geheimnisvolle Rituale durch.

Fast alle Menschen hier glauben irgendwie an Gott. Doch bei tieferem Nachfragen stellen wir fest, dass dieser Glaube nicht viel mit biblischen Christsein zu tun hat. Die Menschen wollen durch gute Taten zu Gott kommen. Sie verehren spezielle Heiligenfiguren. Selbst sehr arme Menschen pilgern einmal im Jahr zu besonderen Ort, an denen sie Heiligenfiguren Geld opfern.

Unbekannte Bibel

Viele hatten noch nie eine Bibel in der Hand. Auch nicht in ihrer eigenen Sprache. Und das, was sie in der katholischen Kirche lernen, ist oft unvollständig oder falsch. Das merken wir, wenn Fragen wie diese gestellt werden: „Ist Papa Jesus der Mann von Mama Maria?“

Staunen und „Aha!“-Momente

Warum brauchen die Menschen hier Missionare? Weil sie keinen Zugang zum Evangelium haben. Sie kennen vielleicht die eine oder andere Geschichte aus der Bibel. Alle haben schon mal was von Jesus gehört. Aber wir staunen immer wieder über die vielen „Aha!“- Momente, die unsere Bibelstundenbesucher erleben, wenn wir das Evangelium erklären.

Betet!

Bitte betet für die vielen Gebiete auf den Philippinen, in denen es kaum Christen oder Gemeinden gibt, wo die Leute noch keine Möglichkeit haben, das wahre Evangelium zu hören. Betet, dass sich auch aus Deutschland Christen zur Mission dorthin berufen lassen.

Tobias und Verena Krick reisten 2015 auf die Philippinen aus. Sie arbeiten in Marabut auf der Insel Samar in einem Gebiet, das 2013 durch den Taifun Haiyan schwer verwüstet wurde. OMF half damals durch den Bau von Häusern und Fischerbooten und ein Landwirtschaftsprojekt. Jetzt entstehen dort Gemeinden Jesu.

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