Christentum: Ein Regelwerk für Thailänder

“Was muss ich als Christ tun?” Was würden Sie auf diese Frage antworten?

Thais stellen uns diese Frage immer wieder. Warum? Für Thai Buddhisten ist Religion eine wechselseitige Geschäftsbeziehung. Sie basiert auf dem Grundsatz: „Tue Gutes, und du erntest Gutes. Tue Böses, und du erntest Böses.“ Mit anderen Worten: Du musst einen bestimmten Einsatz bringen, damit du ein erwünschtes Resultat erhältst.

Dieses Leistungsdenken endet nicht, wenn Thais Christen werden. Jetzt fragen viele: „Wie viele gute Werke muss ich tun, damit ich gerettet werde? Wie viel Geld muss ich spenden, wie oft soll ich beten, wie lange in der Bibel lesen, damit Gott mir dieses oder jenes gibt?“

Nicht nur für Thais ist das „Tun“ eine Herausforderung. Wie oft konzentriere ich mich selber beim Bibellesen vor allem darauf, was ich tun soll. Damit bleibe ich bei ethischen Forderungen stehen.

Doch das Evangelium ist weit mehr als nur eine Sammlung ethischer Anweisungen. Keine Frage, mein Glaube soll Auswirkungen auf mein Handeln haben. Aber erwächst mein Tun vor allem aus der „Handelsfrage“? “Was muss ich tun, damit ich ein guter Christ bin und Gott mit mir zufrieden ist?”

Soll mein Tun nicht vielmehr eine Folge der Dankbarkeit für die Erlösung durch Christus sein? Sehne ich mich danach, zu Gottes Ehre zu leben, einfach, weil ER es wert ist?

Ganz konkret setzen wir das z.B. so um:

Beim Bibellesen mit unseren Kindern, aber auch beim Anleiten der Thais fragen wir weniger: “Was soll ich tun?” Wir versuchen zu verstehen: Wie ist Gott? Was tut er?

Wir wollen vermitteln:

Es geht um Beziehung, nicht um Regeln. Es geht darum, so wie kleine Kinder unserem Vater und Schöpfergott immer näher zu kommen und uns an dieser Beziehung zu Ihm einfach gewaltig zu freuen!

Renate und Ulrich Kohler (ausgesandt durch ÜMG Schweiz)

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