Taiwan – Die Innenstadt erreichen

Im Jahr 2004 begann die OMF-Mitarbeiterin Elisabeth Weinmann eine neue Arbeit im Zentrum Taipeis. Ihr Herz brennt für das Personal in 30 großen Kaufhäusern und in weiteren Läden und Restaurants der Innenstadt.

Inzwischen ist ein ganzes Netz an Strukturen gewachsen, die den Verkäufer/innen an Leib, Seele und Geist helfen. Elisabeth Weinmann berichtet:

Vor 10 Jahren trafen wir Hannah das erste Mal. Sie hatte eine kleine Verkaufsecke mit ausländischem Wein in dem modernsten Einkaufszentrum Taipeis, das um das weltberühmte Hochhaus Taipei 101 gelegen ist.

Einmal in der Woche verteilten wir dort evangelistische Zeitschriften an Verkäufer/innen und luden sie zu einer Kleingruppe nach Geschäftsschluss um 22.00 Uhr ein. Hannah nahm voller Interesse die Zeitschrift entgegen und fragte, wo unsere Kleingruppe denn stattfände. Sie war sehr erstaunt:

„Was, nicht in einer Kirche, sondern in dem nahegelegenen Fastfood-Restaurant Kentucky Fried Chicken?“

„Ja, das ist für Euch Verkäuferinnen viel leichter zu erreichen. Es gibt auch keine Kirche, die so spät noch offen hat“, war unsere Antwort.

Art 2 Einweihung der Weinstube kleiner

Art 2 Elisabeth bei Besuchen im Einkaufszentrum kleiner

Hannah kam tatsächlich. Sie kam nicht nur einmal in der Woche, sondern auch zu einem Glaubensgrundkurs, den eine Mitarbeiterin mit ihr durcharbeitete. Doch dann war sie plötzlich verschwunden. Sie hatte ihre Verkaufsecke aufgegeben und ihre Handynummer geändert.

Ungefähr ein Jahr später (2004) wanderte ich mit einem Mitarbeiter durch das Stadtviertel um Taipei 101, um Wohnungen zu finden. Wir wollten drei Wohngemeinschaften bilden: eine für Frauen, eine für Männer und eine für mich.

Es war schon abgesprochen, dass einige Mitarbeiter/innen und ich die Arbeit in unserem bisherigen Viertel verlassen würden. Das Ziel war, eine eine neue Arbeit unter dem Verkaufspersonal in den 30 Kaufhäusern sowie den unzähligen Läden und Restaurants der Innenstadt Taipeis zu beginnen.

Als wir die Wohngemeinschaften für Verkäufer/innen in Not gerade gegründet hatten, berichtete eine Mitarbeiterin aufgeregt: „Hannah hat angerufen, sie kommt heute Abend in unsere Kleingruppe.“

In unserem ersten Nachtgottesdienst für Verkäufer/innen in Taipei konnte Hannah dann getauft werden. Einige Wochen später bekannte sie unter vielen Tränen, dass sie schwanger sei von dem Mann, von dem sie sich schon getrennt hatte.

Wir konnten sie in unsere Frauenwohngemeinschaft aufnehmen. Ihre nun heranwachsende Tochter fand in dieser Gemeinschaft Papas, Onkel, Tanten und Großmütter.

Jede Wohngemeinschaft, die wir neu eröffnen (nun acht) füllt sich bald mit Menschen, die dringend ein „Heim“ für Leib und Seele brauchen. Bald merkten wir, dass viele dieser Menschen nicht nur ein Zuhause brauchen, sondern auch Arbeit.

Und da kommt Frau Lin ins Spiel. Sie stand einst selbst nachts mit ihrem kleinen Jungen vor meiner Tür und bat um Unterkunft, auf der Flucht vor ihrem Mann. Jetzt ist sie Christ und eine hilfreiche Mitarbeiterin. Sie eröffnete mit uns ein kleines Restaurant und einen Second-Hand-Laden, in denen einige unserer alleinerziehenden Mütter arbeiten können.

Art 2 Restaurant in Taipeih kleiner

Art Taipeih Architektur kleiner

In neun verschiedenen Einkaufszentren bieten unsere 15 Hauptmitarbeiter/innen inzwischen Nachtkleingruppen an für Verkäufer/innen. Eine dieser Kleingruppen findet jetzt in Hannahs Weinladen statt.

Elisabeth Weinmann

Start typing and press Enter to search