Thailand: Streit und Vergebung

Thailänder bitten einander nicht um Vergebung. Doch OMF-Missionarin Elke Hain erlebt ein Wunder. Zwei Frauen versöhnen sich. Jesus versöhnt.

Frau Phat hatte sich heftig mit einer gläubigen Arbeitskollegin gestritten. „Dabei tue ich alles, was du uns gesagt hast. Ich lese abends laut in der Bibel, damit meine Mutter, mein Sohn und die Nichte zuhören können. Wir lernen auch die Bibelverse auswendig.“ Von ihrer Kontrahentin erfuhr ich eine ganz andere Geschichte.

Mich beschlich die Vermutung, dass Frau Phat nicht bereit war, zu vergeben und sich zu versöhnen. Trotzdem fragte ich sie, ob sie sich vorstellen könne, ihre Kontrahentin um Vergebung zu bitten, auch wenn sie sich nicht wirklich schuldig fühlte. Und das vor all den Kollegen, die bei dem Zerwürfnis anwesend gewesen waren.

Kleines thailändisches Gemeindehaus

Kleines thailändisches Gemeindehaus

„Ja, das kann ich”, war ihre Antwort, die mich fast vom Hocker riss. Thais bitten nicht um Vergebung. Nicht öffentlich und schon gar nicht, wenn sie nicht nachweislich schuldig sind. Aber das Lesen in Gottes Wort hatte Frau Phats Herz wunderbar vorbereitet.

Als alle Kolleginnen zusammen waren, zog Frau Phat ihr Vorhaben durch. Sie bat ihre Kontrahentin um Vergebung. Deren Herz schmolz nur so dahin. Sie war zu Tränen gerührt. Die beiden Frauen nahmen sich in die Arme –  auch dies eher untypisch für Thais.

Am Abend sprudelte es aus Frau Phat heraus: „Ich hab’s gemacht, genauso, wie du es vorgeschlagen hattest. Ich hätte nie gedacht, dass das so schwer ist. Warum nur? Warum ist es so schwer, zu sagen, dass einem etwas leidtut? Aber ich bin so froh, dass ich es getan habe!“

Welch ein großer Sieg! Durch die wunderbare Kraft der Vergebung wurde Frieden wiederhergestellt. Jesus sei die Ehre!

Zur Autorin: Elke Hain ist seit 1999 in Thailand in der Gemeindegründung tätig. Seit 2005 arbeitet sie im Dorf Salzwasser, das von dem Tsunami 2004 schwer getroffen wurde. Seit 2006 gibt es dort eine kleine Gemeinde.

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