Small Talk in China: „Wie feiern Sie das Mondfest?”

Wir sind davon überzeugt: Wir müssen die Sprache der Menschen sprechen, wenn wir mit ihnen über Gott reden möchten. Sonst besteht die Gefahr, dass bei ihnen der Eindruck entsteht, Gott spräche Deutsch (oder Englisch)…

Der Weg zu „tiefen“ Themen führt über Small Talk. Wie „tief“ kommt man nach drei Jahren? Eine Familie erzählt über ihr Leben in China.

Zweimal im Jahr kommt unser Vermieter, um die Miete für die nächsten sechs Monate zu kassieren. Wir bieten ihm Tee an und unterhalten uns eine Stunde lang. Wie froh sind wir, dass wir inzwischen Small Talk halten können…

Am Anfang unserer Zeit in China war das ganz anders. Ein amerikanischer Kollege musste diese Unterhaltung für uns führen. Nur selten konnten wir das Thema des Gespräches erahnen…

2 Art 2 Hochhäuser

Gingen wir ins Restaurant, mussten wir auf der bebilderten Speisekarte zeigen, was wir wollten. Gab es Rückfragen, zuckten wir nur hilflos mit den Achseln. Manchmal riefen wir dann einen Kollegen zum Übersetzen an. Das Handy wanderte mehrmals zwischen uns und dem Verkäufer hin- und her, bis unser Wunsch in etwa verstanden war…

Zwischen der anfänglichen Sprachlosigkeit und dem inzwischen erreichten Niveau liegen knapp drei Jahre, in denen wir uns als Ehepaar mit dem Vollzeitstudium abgewechselt haben. Unzählige Stunden Sprachunterricht – Gruppen- und Einzelstunden – liegen hinter uns.

Immer wieder das Nachsprechen der verschiedenen Tonhöhen. Abendliche Unterhaltungen mit dem bezahlten Sprachhelfer, trotz Müdigkeit. Vokabelpauken am Schreibtisch.

2 Art 2 Stau kleiner

Dazu kommen die Bedürfnisse unserer Kinder. Sie gehen in einen von Chinesen geleiteten Kindergarten, damit sie ebenfalls die Landessprache lernen. Nebenbei lernen sie auch Englisch, da die meisten unserer Kollegen englischsprachig sind.

Das alles fällt ihnen zwar leichter als uns, ist aber trotzdem anstrengend. Dazu brauchen wir Pausen. Doch in der Millionenstadt, in der wir leben, Orte der Ruhe zu finden, ist nicht immer einfach.

Trotzdem lohnt sich diese mühsame Investition. Mit den Einheimischen in ihrer Herzenssprache zu reden, schafft Vertrauen. Das Beispiel von Kollegen, die bereits so gut Chinesisch sprechen, dass sie auch über geistliche Dinge reden können, ermutigt uns.

Und es hält uns vor Augen, weshalb wir hier sind: Menschen auf ihrem Weg zu Gott, und mit Gott, zu begleiten.

Start typing and press Enter to search