Schülerarbeit in Taiwan

Eine SMS einer Schülerin auf dem Handy: “Ich hab die Prüfung für die Uni nicht geschafft. Alles ist ein Chaos, auch mein Leben – kannst du mich ermutigen?”

Ein kurzes Gespräch zwischen Tür und Angel in einer Berufsschule: “Was soll das Ganze? Ich hab sowieso keine Chancen im Leben.  Mit meinen Freunden sumpfe ich vollends ab.”

Ein Anruf während der Autofahrt: “Ich hab gerade einen Unfall gehabt. Kannst du gleich kommen? Ich brauche Geld! Meine Eltern dürfen es nicht wissen, sonst jagen sie mich aus dem Haus.”

Der 17 jährige Berufsschüler flüstert mir zu: “Der Wahrsager sagt, dass mein 18. Lebensjahr mein Todesjahr ist.”

4 junge Menschen, deren Leben eigentlich voll von Träumen, Leben und Begeisterung sein sollte. Warum sprühen sie aber nicht vor Leben?

Die Eltern investieren viel Geld in die Schulausbildung ihrer Kinder. Aber wer halt nicht lernt,  wird auch keine Uni Prüfung schaffen. Wer sich Freunde sucht bei Jugendbanden, wird leicht auf die schiefe Bahn geraten. Wer nur lügt und betrügt, wird auch nicht erleben, dass Familie oder Freunde zu einem stehen. Wer aus Angst vor der Zukunft den Wahrsager befragt, wird nicht frei werden von seiner Angst.

OMF Japan
Tausende von Schülern in Taiwan (15 – 18 Jährige) könnten ihre Namen hinter einen dieser 4 Hilfeschreie schreiben. Es sind alltägliche Situationen, besonders unter der Jugend der Arbeiterschicht in Taiwan.

Für was könnten diese Jugendlichen begeistert werden?  Sie bräuchten jemanden, der weiß, wie die Flamme der Hoffnung in ihnen angesteckt werden kann. Viele Lehrer scheitern oft  an dieser Herausforderung. Sie konzentrieren sich dann auf die hoffnungsvolleren Schüler.

Die wöchentlichen “Social Clubs” (vergleichbar mit “Arbeitsgemeinschaften” in unseren Schulen) sind eine Möglichkeit für die Schüler , auf kreative und ungewohnte Art (z.B.  Musik) ihre eigene Lebensgeschichte kennenzulernen.  “Du bist Gottes Liebe auf den ersten Blick. Er hält dir die Treue. Was halt dich zurück?”

Das klingt nicht nur wie Evangelium in den Ohren, das ist Gute Nachricht für diese Jugendlichen. Über die praktischen Lebenshilfen aus der Bibel staunen sie oft.

In Y., einem äusserst schwierigen Jungen, wuchs während des Schuljahres langsam das Vertrauen zu meinen Mitarbeitern und mir. Kurz vor dem Abstürzen in eine Jugendbande schrie er zu Jesus: Rette mich! Jesus streckte in dieser Nacht seine Hand nach ihm aus und er spürte tief im Herzen, dass Jesus ihn liebt und nicht abstösst.

Art 7 Beate vor Schule

Beate vor Schule

In einem  McDonalds trafen wir uns jeden Donnerstagabend und lernten Englische Vokabeln, lasen die Bibel miteinander, redeten und beteten. Nicht nur in Englisch hat er sich verbessert, er lernte Jesus besser kennen und langsam wuchs eine Kraft ihn ihm, den Freunden der Jugendbande zu widerstehen und durch die Kraft des Heiligen Geistes wurde er frei von seiner Computersucht.

Das hat ihn so glücklich gemacht, dass er anfing, sich um einen anderen Jugendlichen zu kümmern. Auch das fing im McDonalds an: Wir lernten zusammen für die Schule und wir lernten auch seine Lebensgeschichte kennen.

Und so gingen die Abende jeweils zu Ende: Y. erklärt ihm ein Wort Gottes, legt die Hand auf die Schulter des Freundes und sagt: “Und jetzt bete ich noch mit dir”.

Ein hoffnungsvoller, kleiner Beginn einer Bewegung unter den Schülern der Arbeiterschicht. Ich freue mich riesig und bitte Gott, dass er GROßES tut durch diese gewöhnlichen und unscheinbaren Menschen.

Sie werden wohl nie eine steile Lebenskarriere erleben, aber viel Gnade und Liebe Gottes. Sagen sie das weiter, wird sich was bewegen in der Zukunft!

Beate Harr

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