Religionsinfo: Buddhismus

Der Buddhismus wurde im sechsten Jahrhundert v.Chr. von Siddhartha Gautama begründet, der später als Buddha (der Erleuchtete) bekannt wurde. Er wurde etwa 560 v.Chr. im Nordosten Indiens (heutiges Nepal) geboren. Der Hinduismus war in Indien zu dieser Zeit schon seit 1000 Jahren etabliert.

Der Buddhismus ist aus dem Hinduismus erwachsen. Der Buddhismus übernahm also einige hinduistische Vorstellungen (z.B. Reinkarnation, die Lehre vom Karma), andere wiederum lehnte er ab. Später wurden weitere Lehren und Vorstellungen aufgenommen, die nicht Teil von Buddhas ursprünglichen Lehren waren. Manche davon gründen sich auf hinduistischen Traditionen.

Der Buddhismus breitete sich in viele Teile Asiens aus, vor allem in den Osten, Südosten und nach Zentralasien. In Europa gilt der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788 – 1860) als Wegbereiter des Buddhismus. Dachverband einer Vielzahl buddhistischer Gemeinschaften ist die Deutsche Buddhistische Union.

Richtungen des Buddhismus

Zu Beginn des dritten Jahrhunderts v.Chr. gab es innerhalb des Buddhismus, hauptsächlich wegen der Frage der Erleuchtung, eine Spaltung in zwei Richtungen: Theravada und Mahayana.

Theravada (Lehre der Alten)

Die Anhänger des Theravada glauben, dass nur wenige treue Gläubige die Erleuchtung erreichen können. Der Einzelne bemüht sich alleine um die Erleuchtung.

Mahayana (Großes Fahrzeug)

Mahayana ist das “große Fahrzeug”, weil es darin Platz für alle gibt – Erlösung oder Erleuchtung ist für alle Menschen möglich.

Vajrayana (Diamantenes Fahrzeug)

Vajrayana ist dem Mahayana ähnlich, aber es beinhaltet zusätzlich mystische und okkulte Elemente aus dem Tantrismus, einer alten indischen Tradition. Im Vajrayana gibt es Mantren (heilige Silben werden ständig wiederholt), Mudras (bestimmte Körperhaltungen) und Mandalas (Meditationsfiguren). Er entstand im ersten Jahrhundert n.Chr. in Indien und breitete sich dann nach Nepal, Tibet, China und Japan aus.

Lamaismus

Lamaismus ist die Form des Buddhismus in Tibet. Das Wort Lama wurde ursprünglich für einen hohen geistlichen Führer gebraucht, später bezeichnete es einen Mönch. Der Lamaismus entstand am Ende des siebten Jahrhunderts n.Chr. aus Elementen des Vajrayana und der alten tibetanischen Bon-Religion.

Zen

Der Zen-Buddhismus entwickelte sich ursprünglich aus dem Mahayana und wurde in China im 6.Jh. n.Chr. eingeführt. Von dort breitete er sich im 12.Jh. nach Japan aus. Hier geht es weniger um die Lehren, sondern mehr um die Meditation, durch die man glaubt, die Erleuchtung zu erreichen. Zen hat die Gesellschaft, Kultur und Gebräuche Japans entscheidend geprägt.

Volksbuddhismus

Der Volksbuddhismus ist in vielen Teilen Ostasiens, besonders in ländlichen Gebieten, vorherrschend. Buddhistische Elemente werden mit lokalen, überwiegend animistischen Praktiken der Region vermischt. Das Ergebnis ist eine von Geistern bestimmte Weltanschauung und ein Lebensstil, der von magischen Ritualen und Aberglauben geprägt ist.

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