Physiotherapie mit Herz: Gottes Liebe für Menschen mit Behinderungen

Mit dem Wunsch, Jesu Liebe in Wort und Tat weiterzugeben, brach ich vor drei Jahren nach Kambodscha auf. Auf Umwegen gelangte ich zu zwei Organisationen, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzen.

Mein Weg führte mich nicht wie geplant in ein Krankenhaus, sondern zu zwei Hilfsorganisationen. Diese unterstützen Menschen mit Behinderungen durch individuelle Hilfe, Workshops und ein offenes Ohr. Ein Teil meiner Arbeit ist Physiotherapie mit Klienten, der andere die Anleitung und Ausbildung von drei Therapiehelfern. 

Songha lernt laufen

Die Organisation ‚Inclusive Cambodia‘ begann ihre Arbeit vor fünf Jahren auf einer kleinen Insel im Mekong vor den Toren Phnom Penhs. Mitarbeiter gingen von Haus zu Haus, um herauszufinden, ob es in den Familien Kinder mit Behinderungen gäbe.

Dabei trafen sie auf den zehnjährigen Songha. Da er nicht laufen konnte, krabbelte er auf sie zu und zog sich hoch, um zu stehen. Die Organisation brachte der Familie eine Gehhilfe (Rollator ohne Räder). Mit der Unterstützung seiner Familie konnte er bald seine ersten Schritte gehen.  

Als ich Songha im Frühjahr 2022 traf, konnte er zehn Schritte frei gehen, bevor er sich wieder zu Boden gleiten ließ. Seither trainieren wir Woche für Woche Beweglichkeit und Gleichgewicht, auf der Matte und auf allen Vieren, Sitzen, Stehen und Gehen.

Heute ist er ausdauernd auf den Beinen. Mit seinem speziellen Gang kickt er gerne einen Ball vor sich her. Aber noch lieber wirft er uns Mitarbeiter ab und kugelt sich dann vor Lachen! 

Ein Rollstuhl für Darain

Im Projekt ‚Carrying Companions‘ (Trage einen Freund) treffe ich Darain. Der 14-jährige Junge hat so starke Koordinationsstörungen, dass er in seiner Einzimmerwohnung auf einer Matratze ‚lebt‘.  

Carrying Companions
Darain lernt beim fröhlichen Mittagessen

Im letzten Frühjahr stellten wir ihm einen maßgefertigten Rollstuhl zur Verfügung, der ihm eine bessere soziale Teilhabe und Mobilität ermöglicht.

Leider kann er seine Kopfhaltung nicht kontrollieren, da er seine Muskeln im Liegen ja nie benutzen musste. Deshalb arbeiten wir daran, Darains verkrampfte Muskeln zu lockern und untrainierte Muskeln zu aktivieren. Zuerst behandle ich ihn und zeige Sophy, einer der Therapiehelferinnen, verschiedene Griffe und Techniken der Physiotherapie. Dann übt sie diese Griffe an mir. Das nächste Mal arbeiten wir gemeinsam an Darain.  

Inzwischen kann er sich selbst in den Fersensitz stützen und schaut uns stolz an. Im Rollstuhl kann er seinen Kopf immer besser halten. Wenn er Lobpreismusik hört, wedelt er fröhlich mit den Armen. Auch dabei hilft das stabilere Sitzen. Gott sei Dank und ihm die Ehre! 

Christiane Gerhards, Kambodscha

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