Vietnam

Vietnam ist ein pulsierendes Land. Mit einer Bevölkerung von 97 Millionen Menschen (2019) ist es das 14. größte Land der Welt.  

Heute gibt es etwa 1,8 Millionen protestantische Christen. Drei Viertel von ihnen sind unter den ärmeren Minderheiten im zentralen Hochland und in den nördlichen Bergen zu finden.  

Obwohl ethnische Vietnamesen („Kinh“) 86 % der Bevölkerung ausmachen, gibt es unter ihnen nur 0,5 % protestantische Christen. Von ihnen leben nur 0,05 % im Norden, zwanzigmal so viele Kinh-Christen gibt es in Südvietnam – ein starkes geographisches Ungleichgewicht.

Sprache
Die Landessprache ist Vietnamesisch. Daneben haben die zahlreichen Minderheitenvölker zusätzlich ihre eigenen Sprachen oder Dialekte.
Geografie
Der langgestreckte Küstenstaat Vietnam ist von der Fläche her fast so groß wie Deutschland und grenzt im Norden an China, im Westen an Kambodscha und Laos. Der Osten und Süden wird vom Südchinesischen Meer begrenzt.
Geografie
Das Land ist 1650 km lang und bis zu 600 km breit, an der schmalsten Stelle in der Mitte sind es nur 50 km. Vietnam wird deswegen auch als “Bambusstange mit zwei Reisschalen” beschrieben:
Geografie
Nördlich und südlich dieser Engstelle erstrecken sich die großen fruchtbaren Flussdeltas des Mekong und des Roten Flusses, wo ertragreiche Landwirtschaft möglich ist. Diese Aufteilung in Nord- und Südvietnam ist nicht nur geografisch offensichtlich, sondern auch kulturell und geschichtlich bedingt.
Klima
Im Norden herrscht ein subtropisches Klima mit vier Jahreszeiten, zu denen ein heißer Sommer und ein kühlerer Winter gehören. Der Süden ist tropisch und ganzjährig heiß, während im Südosten ein regenreiches Monsunklima herrscht.
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Geschichte

Der Anfang
Die frühen Völker Nordvietnams gelten als die ersten in Ostasien, die Landwirtschaft betrieben und eine recht fortschrittliche Zivilisation entwickelten. Die Anfänge Vietnams als Nation gehen auf das Jahr 2879 v.Chr. zurück, als die erste Dynastie der Hung-Könige im Delta des Roten Flusses gegründet wurde.
Nord-Süd-Konflikt
1200 Jahre lang stand Nordvietnam unter chinesischer Herrschaft, bis es im 10. Jahrhundert die Unabhängigkeit erlangte. Ab dem Jahr 1000 wurde das Land von wechselnden vietnamesischen Dynastien regiert.

Bis zum 17. Jh. nahm Nordvietnam die Königreiche des Südens ein und breitete sich schließlich bis ins untere Mekong-Delta aus. Rivalitäten zwischen Norden und Süden blieben über Jahrhunderte hinweg bestehen.
Internationale Besatzung
1862 bemächtigten sich die Franzosen des Mekongdeltas, 20 Jahre später war das ganze Land französische Kolonie.

Während des Zweiten Weltkrieges war Vietnam von den Japanern besetzt.

1930 gründete Ho Chi Minh die Indochinesische Kommunistische Partei.
Internationale Besatzung
Die Việt Minh (Liga für die Unabhängigkeit Vietnams) wurde 1941 aus nationalistischen und kommunistischen Gruppierungen gegründet, um die Unabhängigkeit Vietnams zu erlangen. Nachdem die Franzosen 1945 wieder die Vorherrschaft über das Land übernommen hatten, erklärten die Việt Minh im Norden die Errichtung der „Demokratischen Republik Vietnam” durch den ersten Präsidenten Hồ Chí Minh. Kurz darauf brach der Erste Indochinakrieg (1946-1954) zwischen den Franzosen und den Việt Minh aus.

Als Ergebnis der Friedensverhandlungen wurde Vietnam entlang des 17. Breitengrads in die nördliche „Demokratische Republik Vietnam” (Hauptstadt Hanoi, unterstützt von China und den Ostblockstaaten) und die südliche „Republik Vietnam” (Hauptstadt Saigon, beeinflusst durch die Franzosen und unterstützt durch die USA) geteilt.
Weitere Auseinandersetzungen
1963 begann der kommunistische Norden erneut mit Angriffen auf den Süden, sodass der amerikanische Präsident Johnson Truppen in den Süden schickte, um die antikommunistische Regierung zu unterstützen. Der zweite Vietnamkrieg tobte bis 1975 und endete mit der Einnahme Saigons.

1976 wurden Nord- und Südvietnam zur „Sozialistischen Republik Vietnam” vereint.

1979 veranlassten Konflikte mit dem Nachbarland Kambodscha Vietnam, in Phnom Penh einzumarschieren und eine pro-vietnamesische Regierung einzusetzen. Einige Wochen nach dem vietnamesischen Einmarsch in Kambodscha wurde Vietnam von seinem kommunistischen Nachbarn China angegriffen. Auch in Laos waren Truppen stationiert. Erst 1989 zog sich Vietnam aus Kambodscha zurück.
Vietnam heute
1986 veranlasste die Kommunistische Partei Vietnams wirtschaftliche Reformen, die zu einem rasanten Wirtschaftswachstum führten. In den 90er Jahren wurden außerdem die diplomatischen Beziehungen zu China und den USA wieder hergestellt.

Vietnam wird hauptsächlich von drei Funktionären der Kommunistischen Partei (KPV) geführt: dem Generalsekretär, dem Premierminister und dem Staatspräsidenten.

Vietnam ist aktives Mitglied des Verbandes Südostasiatischer Nationen (ASEAN).

Das Land gehört zu den weltweit führenden Exporteuren von Reis, Kaffee und Technologie.
Missionare zur Ausreise gezwungen
Die ersten protestantischen Missionare (Christian and Missionary Alliance) kamen 1911.

1929 verbanden sich die ersten Gemeinden zur Evangelischen Kirche Vietnams (ECVN, Evangelical Church of Vietnam). 1930 begann die Arbeit unter ethnischen Minderheiten. Nach und nach beteiligten sich auch andere Missionsgesellschaften am Gemeindebau.

Die kommunistische Regierung befahl 1975 allen Missionaren, das Land zu verlassen. Nur sehr wenige Ausländer konnten bleiben. Erst mit der Wirtschaftsreform „Doi Moi“ 1986 wurden Ausländer wieder als Investoren oder Mitarbeiter von Hilfsorganisationen willkommen geheißen.
Missionare zur Ausreise gezwungen
Trotz aller Restriktionen und Schließung der Hälfte von 600 Kirchengebäuden wuchs die Gemeinde deutlich. 2002 wurde die Zahl der Gläubigen auf 1,2 Millionen geschätzt. Diese Entwicklung wurde von der Regierung als potenzielle Bedrohung angesehen und Christen als Konterrevolutionäre verdächtigt. Besonders Pastoren und Laien der Untergrundkirche wurden inhaftiert und Christen oft als Bürger zweiter Klasse behandelt.
Wachstum trotz Einschränkungen
Es gibt heute drei Hauptzweige der Kirche: die registrierte "Evangelische Kirche Vietnams", unregistrierte Hausgemeinden und die Bergstamm-Kirchen. Von den 53 Stammesvölkern sind bis jetzt 30 vom Evangelium erreicht.

Ca. zwei Drittel der heute 1,8 Millionen Christen gehören zu den ethnischen Minderheiten, vor allem zu den Hmong. Während es 1975 in dieser Volksgruppe noch keine Gläubigen gab, folgen heute mehr als 150.000 Hmong Jesus nach.

Einschränkungen der Regierung sind am stärksten im Norden, wo es etwa 100 registrierte Kirchen gibt, darunter nur wenige in der Hauptstadt Hanoi. Hunderte von Minderheiten-Gemeinden warten seit Jahren auf ihre offizielle Zulassung. Im Süden des Landes sind mehr als 1000 Gemeinden registriert, darunter über 60 in Ho Chi Minh Stadt (früher Saigon).
Viele Möglichkeiten
Positiv ist, dass Bibeln und der Jesus Film erhältlich sind. In den letzten Jahren wurde es sogar möglich, christliche Literatur zu veröffentlichen. Trotzdem herrscht weiterhin Mangel an guten Bibelkommentaren, theologischen Büchern und christlicher Kinderliteratur.

2003 wurde im Süden nach 27-jähriger Wartezeit das erste theologische Seminar wiedereröffnet; jährlich werden dort 50 Studenten zu Pastoren ausgebildet. Seit 2013 gibt es auch im Norden eine Bibelschule. Zahlreiche Gemeindeleiter werden durch Fernbibelschulprogramme oder durch unregistrierte Bibelschulen ausgebildet.
Viele Möglichkeiten
Besonders wenige Gläubige finden sich unter den gebildeten jungen Leuten. Obwohl Ausländer kaum mit der vietnamesischen Kirche arbeiten können, gibt es durch die Reformen der Wirtschaftspolitik Gelegenheiten, als Fachkraft im Land zu sein und dabei Einzelnen Christus zu bezeugen sowie sie zu schulen. Vor allem Englischlehrer und Entwicklungshelfer sind willkommen. Eine kleine Gruppe von OMF-Mitarbeitern arbeitet in unterschiedlichen Berufen, in allen Hauptregionen des Landes. Die Türen scheinen sich weiter zu öffnen. Mehr Mitarbeiter werden benötigt.
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Was wir tun

Unser Ziel:

Gott zu verherrlichen, indem wir die Völker Vietnams durch Gebet erreichen, zu Jüngern machen, Gemeinden mehren, Leiter fördern und für Mission motivieren.

Wir glauben, dass wir durch Gottes Gnade eine Rolle dabei spielen können, die unerreichten Völker Vietnams zu erreichen.

Vietnam öffnet sich wie nie zuvor für das Evangelium. Dennoch bleibt es eines der unerreichtesten Länder Ostasiens. Wir glauben, dass wir durch Gottes Gnade eine Rolle dabei spielen können, die unerreichten Völker Vietnams zu erreichen.  

Es gibt immer mehr Möglichkeiten, die Menschen in den Städten und in den ländlichen Gebieten zu erreichen. Deshalb brauchen wir dringend mehr Mitarbeiter, um mit uns das Evangelium weiterzugeben.  

Wir sind auf der Suche nach Menschen, die Jesus lieben und bereit sind, ihr Leben mit den Menschen zu teilen und so Christus „sichtbar zu machen“. Christen, die strategisch denken, um Pionierarbeit in unzugänglichen Gebieten zu leisten; die Freundschaften aufbauen; einheimische Gläubige lehren und begleiten, oder die unseren Mitarbeiter im Hintergrund unterstützen.

Resources

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