Neuanfang für die Ehe

Guan-Tsau kam mit schweren Körperbehinderungen auf die Welt. Von klein auf plagte ihn ein geringes Selbstwertgefühl. Von der Familie bekam er kaum Anerkennung.

Viele Buddhisten in Taiwan glauben, dass Behinderte in ihrem früheren Leben schwer gesündigt haben. Ihre Behinderung im jetzigen Leben sei nur die gerechte Strafe dafür.

OAM5-1 Ahnenaltar TaiwanAls ältester Sohn war Guan-Tsau zudem verpflichtet, die Ahnenverehrung fortzuführen. Das ist eine ungeheuer große Verantwortung, denn von ihrer Durchführung hänge das ewige Glück der verstorbenen Familienangehörigen in der Totenwelt ab, so glaubt man. So müsste Guan-Tsau auch Söhne zeugen, die ihrerseits den Ahnenkult fortsetzen würden. Aber er wusste, dass ihm das nie möglich sein würde.

Yu Jen kam durch eine Heiratsvermittlung nach Taiwan, um Armut und einem schwierigen Familienleben in Vietnam zu entfliehen. Nachdem sie Guan-Tsau geheiratet hatte, entdeckte sie, dass man sie getäuscht hatte. Sie sollte eher eine Vollzeit-Pflegekraft als eine Ehefrau sein!

Nach einigen Jahren hatte sie eine Affäre mit einem vietnamesischen Mann. Aber dieser Mann war schon verheiratet. Er war nicht bereit, sich zu ihr zu stellen. So kehrte sie zu Guan-Tsau zurück, schwanger mit dem Kind eines anderen.

In diese zerbrochene Ehe voller Täuschung und Misstrauen brachte Gott Missionare mit der Botschaft seiner Liebe. Guan-Tsau und Yu-Jen ließen sich zu den Hausgemeinde-Treffen einladen und staunten über den barmherzigen Gott, der sie bedingungslos annahm und liebte.

Nach einiger Zeit entschieden sie sich, Jesus nachzufolgen und mit der Ahnenverehrung zu brechen. Deshalb entfernten sie den Ahnenaltar aus ihrem Wohnzimmer. Guan-Tsau und Yu-Jen wurden im ÜMG-Gebetszentrum in Taiping getauft. Sie ließen auch ihre Tochter Hui-Jen segnen und bekräftigten damit ihren Wunsch, als Christen leben zu wollen.

David Eastwood, Taiwan

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