Myanmar: Jesus auf Facebook

Social Media ist in Myanmar inerhalb von wenigen Jahren förmlich explodiert. 14 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren sind regelmäßig auf Facebook.*

Eine Gruppe von Christen begann 2014, Facebook für das Evangelium zu nutzen. Jeden Tag posten sie einen Bibelvers und ein Foto.

Sie wollen damit andere myanmarische Christen anspornen, bibelzentriert zu leben und mit Nicht-Christen über ihren Glauben zu reden. Schon über 24.000 Menschen habe diese Facebook Seite abonniert. Viele teilen die Bibelverse und Fotos mit ihren Freunden.

Myanmar junge Leute im GesprächIn Myanmar besteht das Internet für die Meisten nur aus den sozialen Plattformen. Seit im Jahr 2014 internetfähige Mobiltelefone weithin verfügbar wurden, explodierte die Anzahl der Internetnutzer. Sie stieg innerhalb von zwei Jahren auf ein Achtel der Bevölkerung an. Über sieben Millionen meist junger Menschen sind leidenschaftliche Facebook-Nutzer.

Die Gute Nachricht kann durch die sozialen Medien breit gestreut werden. Doch gleichzeitig geht das Team auch Einzelnen persönlich nach. Jede Woche beantworten sie zahllose Fragen – oft innerhalb weniger Minuten. So können sie den Menschen auch „persönlich“ begegnen.

Auf Facebook wird außerdem ein internationaler Gebetskreis für Myanmar geführt. Weltweit haben etwa 6.500 Christen ‘Pray 4 Myanmar’ abonniert und erhalten so aktuelle Gebetsanliegen.

Die Anliegen von “Pray 4 Myanmar” werden übrigens auch als wöchentliches Email verschickt (zur Anmeldung).

* Quelle der Statistik

Daten & Fakten

Gesamtbevölkerung: 54,4 Millionen (Deutschland: 80,7 Mio.; Schweiz: 8,4 Mio.)

Bevölkerungsdichte: 83,2 pro km² (Deutschland:232; Schweiz: 212)

Religion

80 % Buddhisten
9 % Christen
7,2 % Muslime
2,3 % Chinesische Religionen
0,6% Animisten
0,5% Hindus
Rest: Andere

Die Landesfläche beträgt 677.000 km² und ist damit fast doppelt so groß wie Deutschland und 16-mal größer als die Schweiz.

Myanmar grenzt an Thailand, Laos, die Volksrepublik China, Indien, Bangladesch und den Golf von Bengalen. Der größte Fluss ist der Irrawaddy, der im Irrawaddy Delta in den Bengalischen Golf fließt.

Myanmar setzt sich aus sieben „Regionen“, sieben „Staaten“ und einem „Unionsterritorium“ zusammen. Die Staaten sind die Verwaltungsdistrikte, in denen die Minderheitenvölker leben, die Regionen werden von der größten ethnischen Gruppierung, den Bamar, besiedelt.

Die Namen Myanmar, Birma und Burma sind alles Varianten des Wortes „Bama.“ Bama ist die Bezeichnung der größten Bevölkerungsgruppe, der Bamar.

Burma war die englische Bezeichnung für das Land, Birma die deutsche, wobei der Gebrauch nicht einheitlich war und ist. 1989 führt die Militärregierung den Namen Myanmar ein, der bis heute gilt, aber nicht von allen Staaten anerkannt und benutzt wird.

In deutschen Texten liest man oft „birmanisch“, aber auch „burmesisch“. Wir benutzen „Myanmare“ für die Einwohner Myanmars und „myanmarisch“ für die Sprache.

Wenn von Bamar die Rede ist, geht es ausdrücklich um Angehörige des Bamar Volkes.

Als erste Christen kamen 1722 die Barnabiten ins Land. Die Ausbreitung des Christentums in Myanmar geht aber auf Adoniram Judson, einen amerikanischen Baptisten-Missionar im 19. Jahrhundert, zurück. Hauptsächlich vormals animistische Volksgruppen (Karen, Chin, Kachin, Lahu) nahmen das Christentum an. Seitdem ist es fest verwurzelt und durch Widerstand gewachsen.

1966 mussten alle Missionare das Land verlassen. Dennoch sandte die christliche Gemeinde Myanmars Evangelisten und Missionare aus, und das trotz finanzieller Begrenzungen. Das Bedürfnis der Christen, buddhistische Volksgruppen zu erreichen, wächst.

Baptisten, Assemblies of God, Methodisten und Anglikaner sind die stärksten Denominationen im Land. Obwohl sich Schätzungen zufolge zwischen 4 und 9% der Bevölkerung zum Christentum bekennen, trifft dies auf nur 0,1% der Bamar zu. Nur sehr wenige Christen bekommen Zugang zu Leitungsämtern in der Gesellschaft.

Ethnische und denominationelle Bindungen werden langsam überwunden. Die christliche Einheit muss aber weiterhin Brücken zwischen den Gruppen bauen.

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