Mission für und mit Menschen mit Behinderungen 

„Ich möchte Gott in Japan dienen. Kann ich mit euch einen Serve-Asia-Einsatz machen?“ Eigentlich wäre die Antwort ein klares JA gewesen. Aber die 19-jährige Sabine (Name geändert) war gehörlos. Damit hatten wir keine Erfahrung. Wie sollte so etwas gehen? 

Nach vielen Gesprächen gaben wir grünes Licht. Sabine widerlegte unsere Bedenken und bewies, dass ein Missionseinsatz auch für Menschen wie sie möglich ist.

Vielleicht war sie in manchen Bereichen sogar besser vorbereitet als „normale“ Jugendliche. Sie hatte ihr ganzes Leben lang gegen Widerstände kämpfen und sich durchbeißen müssen und hatte dadurch Durchhaltevermögen entwickelt. Ihre Berichte ermutigten uns. Gott gebrauchte sie, um Beziehungen zu Menschen aufzubauen, die bewährte Missionare kaum im Blick gehabt hatten.  

Als Missionsgesellschaft möchten wir Menschen mit Behinderungen in dreifacher Weise im Blick haben. 

1. Gottes Liebe für Menschen mit Behinderungen

„Menschen mit einer Behinderung stellen eine der größten Minderheiten in der Welt dar, schätzungsweise über 600 Millionen. Die Mehrheit lebt in den am wenigsten entwickelten Ländern und gehört zu den Ärmsten der Armen. Obwohl körperliche und mentale Beeinträchtigungen Teil ihres alltäglichen Lebens sind, sind die meisten auch noch durch das allgemeine gesellschaftliche Verhalten, Ungerechtigkeit und Mangel an Zugang zu Ressourcen behindert.“
(Kapstadt-Verpflichtung der Lausanner Bewegung, 2010)
 

So wie Jesus sich Kranken und Ausgegrenzten zugewandt hat, sind auch wir aufgerufen, sie aufzusuchen, ihnen praktisch zu helfen und sie in das Reich Gottes einzuladen – denn er sortiert Menschen nicht in gesund oder krank, geeignet oder ungeeignet.

Deshalb beinhaltet ganzheitliche Mission immer auch Werke der Barmherzigkeit, die sich den Ärmsten der Armen zuwenden, zu denen auch viele Menschen mit Behinderungen gehören. Sie sollen Jesu Liebe sehen und erleben und die Möglichkeit bekommen, Gottes Kinder zu werden.

2. Gottes Liebe durch Menschen mit Behinderungen

Niemand ist ausgeschlossen, aktiver Teil von Gottes Mission zu sein. Die Kapstadt-Verpflichtung sagt dazu:  

„Wir alle haben Gaben, die Gott in seinem Dienst gebrauchen kann. Wir verpflichten uns, Menschen mit Behinderungen zu dienen, aber auch den Dienst anzunehmen, den sie uns geben können. Wir ermuntern Gemeinde- und Missionsleiter, die missionale Berufung von Gläubigen mit Behinderungen selbst als Teil des Leibes Christi zu erkennen, zu bestätigen und zu fördern.“  

Es ist deshalb falsch, Menschen mit Beeinträchtigungen nur zum „Objekt“ unserer Hilfe zu machen. Vielmehr möchten wir miteinander den Platz finden, an dem jeder Einzelne Gott dienen kann. 

3. Gottes Liebe gemeinsam weitergeben

Wie können wir darin wachsen, gemeinsam beim Bau von Gottes Reich mitzuwirken?  

  • So wie Gott jeden Menschen mit seiner persönlichen Biographie gebrauchen kann, glauben wir, dass er sich auch in der Lebensführung von Menschen mit Behinderungen verherrlicht (Johannes 9,3).  
  • Menschen mit Behinderungen können durch ihre besondere Lebenserfahrung dem ganzen Leib Christi helfen, Aspekte des Evangeliums und des Glaubens zu entdecken, die sonst verborgen bleiben würden. Es ist höchste Zeit, dass wir von ihnen lernen. 
  • Wir wollen miteinander nach Wegen suchen, wie Menschen mit Behinderungen ihre Berufung leben können. 
  • Wir möchten uns gegenseitig anspornen, im Glauben zu wachsen, Gottes Willen zu erkennen und Gutes zu tun (Hebräer 10,24). 

Wir sind gespannt, wie Gott uns als OMF auf diesem Weg weiterführen wird.  

Mehr zum Thema im OMF Fachmagazin:

Das OMF Fachmagazin “Mission Round Table“ beschäftigte sich mit dem Thema in dieser Ausgabe: „Ministry to, with, and by People with Disabilities“. Zum Magazin

Written by Joachim König

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