Lernen wie Daniel

Mit der Ankunft im Einsatzland beginnt für die neuen Missionare der ÜMG das Daniel-Programm. Der Name bezieht sich auf den biblischen Daniel, der als junger Mann ins Exil nach Babylon kam. Dort musste er sich mit einer ihm neuen Kultur auseinandersetzen.

Genauso müssen sich neue Missionare intensiv mit der Kultur des Gastlandes beschäftigen. Erfahrene Missionare und Sprachlehrer vermitteln ihnen, wie die Einheimischen sprechen, denken, fühlen und sich verhalten. Was sie glauben die Menschen, was fürchten sie? Was ist erlaubt und was nicht?

Neue Missionare lernen nicht nur die Sprache ihres Gastlandes, sondern auch, seine Kultur zu respektieren, zu schätzen und sich einzufügen.

Ein Ehepaar, das seit einem halben Jahr in Asien lebt, berichtet:

„In der Anfangszeit erlebten wir alles sehr intensiv und neu. Manches fanden wir befremdlich und negativ.

Inzwischen nehmen wir diese Dinge ganz anders wahr. Sie sind durch die tägliche Routine “normal” geworden. Sehr stark ist uns der Unterschied im Kindergarten aufgefallen.

Mit drei Jahren fangen die Kinder hier an, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Gespielt wird nur zu ganz bestimmten Zeiten und nur mit den dann hervorgeholten Spielsachen. Rollenspiel und freie Kreativität gibt es nicht.

Unsere Tochter geht seit vier Monaten in einen örtlichen Kindergarten und hat sich inzwischen gut eingelebt. Während sie am Anfang noch fragte: „Mama, wo ist denn hier die Puppenecke?”,  erzählt sie nun stolz von den Dingen, die sie gelernt hat und freut sich, wenn sie einen Buchstaben oder eine Zahl im Supermarkt oder anderswo wiedererkennt.

Durch sie haben wir gelernt, dass nicht alles negativ ist, was uns zu Beginn befremdlich erschien.“

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