Leben in Kambodscha

Als Gott mich im März 2011 als Missionsärztin in ein christliches Krankenhaus in Phnom Penh sandte, kannte ich Kambodscha nur aus Büchern und von Erzählungen. Ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, wie es sein würde, in einem buddhistischen Nachkriegsland zu leben.

Und so begann meine Reise mit den Khmer. Gott öffnete mein Herz immer mehr für sie, und ich lernte sie lieben.

In den letzten vier Jahren wohnte ich als Single mit einer thailändischen OMF-Kollegin zusammen. Gemeinsam lernten wir die neue Sprache und wie man mit einem Motorradtaxi um den Fahrpreis feilscht.

Ich gewöhnte mich an das tropische Klima und den Monsun. Ich lernte, wo es das beste Essen gibt – meist Reis mit gebratenem Fleisch und Gemüse. Zu fermentiertem Fisch, gegrillten Spinnen und Kakerlaken konnte ich mich aber nie durchringen.

MMC Mitarbeiterinnen bei Schulung

OAM 6 Kamb S. 3 MMC Foto Doro und Mom

Die Herausforderungen griffen aber noch tiefer. Mein starkes westliches Bedürfnis nach Privatsphäre und Effektivität ist für die Khmer eher ungewohnt. Wollte ich einmal alleine sein, musste ich mich im Schlafzimmer verstecken. Wollte ich Effektivität an die erste Stelle setzen, lernte ich von den Khmer, dass Beziehungen wichtiger sind.

Die Khmer machten es mir durch ihre freundliche Art sehr leicht, Zeit mit ihnen zu verbringen. Tiefe Freundschaften zu knüpfen kann jedoch Jahre dauern. Ein gewisses Maß an Misstrauen ist lange zu spüren – eine Spätfolge der Terrorherrschaft der Roten Khmer!

Sehr dankbar bin ich für die Freundschaften innerhalb der OMF und zu anderen Missionaren. Dadurch, dass wir Ähnliches erleben, können wir uns mit Verständnis, Aufmerksamkeit und Gebet beschenken – meist bei einem netten Abendessen!

Dr. Inge Mathes

OAM jpeg

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