Der lebendige Gott im buddhistischen Tempel

Es klingt an, als wären wir in einer Bibelschule, wo Studenten gemeinsam einen Bibelvers auswendig lernen, doch wir befinden uns in einem Krankenhaus. Die Angestellten rezitieren den Vers: „Nahet Euch zu Gott, so naht er sich zu Euch!“ (Jakobus 4,8).

Wöchentlich treffen sich die Mitarbeitenden des kleinen Krankenhauses Mercy Medical Center (MMC) außerhalb von Phnom Penh in Kleingruppen, um sich gegenseitig im Glauben zu stärken und füreinander und für die Patienten zu beten. Krankenschwester Sokhen spricht den Vers langsam vor sich hin. Dann beginnt sie, zu erzählen.

„Als ich neu von der Provinz nach Phnom Penh in ein christliches Wohnheim kam, lernte ich Jesus kennen. Ich verstand vieles noch nicht, aber es zog mich sehr zu ihm hin. Ich wollte unbedingt mehr über ihn erfahren.

Während des buddhistischen Ahnenfestes im Oktober fuhr ich, wie viele andere Kambodschaner auch, zu meiner Familie in das Reisbauerndorf meiner Kindheit. Meine Eltern freuten sich, mich eine Zeit lang bei sich zu haben. Schnell hatte ich meine Rolle als älteste Tochter wieder gefunden und half, wo ich konnte.

Beim Ahnenfest geht die ganze Familie in den Tempel, um Opfergaben zu bringen und die Geister der Ahnen zu besänftigen. Wie gewohnt half ich meiner Mutter beim Zubereiten der Opfergaben. Anschließend gingen wir gemeinsam in den Tempel. Aber es war nicht wie gewohnt.

Während ich mit meinen Eltern im Tempel stand, verspürte ich auf einmal ganz deutlich, dass ich nicht, wie so viele Male zuvor, die Geister anbeten konnte. Es war, als zöge mich eine Hand zurück. Plötzlich wurde mir ganz klar, dass Jesu Geist in mir nicht wollte, dass ich hier im buddhistischen Tempel Götzen anbeten und ihnen die Ehre geben würde.

Dieses Erlebnis war zuerst befremdend. Mir wurde dadurch aber um so mehr bewusst, dass Jesus ein lebendiger Gott ist und keine anderen Götter neben sich duldet! Mein Glaube an ihn wurde sehr gestärkt, die Sehnsucht, ihn noch besser zu kennen, wuchs.

Lange wehrten sich meine Eltern dagegen, dass ich nicht mehr mit ihnen im Tempel anbeten konnte. Inzwischen sehen sie, wie ich mich verändert habe und dulden meinen Glauben. Ich bete, dass sie ihn eines Tages auch erkennen werden!“

Nahet Euch zu Gott, so naht er sich zu Euch! (Jakobus 4,8). Was für eine wunderbare Verheißung.

Dorothea Guglielmetti

Dorothea und Dr. Andrès Guglielmetti waren von 2005 bis 2017 in Kambodscha im Mercy Medical Center tätig. Dr. Inge Mathes arbeitet weiterhin als Anästhesistin in der Klinik.

Durch den Genozid der Roten Khmer kam die Gesundheitsversorgung fast zum Erliegen. Selbst heute, über 40 Jahre später, gibt es in Kambodscha nur fünf Hochschulen, an denen Ärzte für die medizinische Versorgung der 16 Millionen Einwohner ausgebildet werden. Zur Zeit sind zwölf Mitarbeiter des OMF-Teams Mediziner. Es gibt offene Stellen.

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Die Menschen Kambodschas (5x5x5-Gebet)

OMF lädt Sie ein, für die Menschen Kambodschas zu beten: nur fünf Minuten am Tag, fünf Tage lang, für fünf strategische Anliegen. Ihre Gebete werden auf wunderbare Art und Weise Türen aufschließen, Gläubige ermutigen und Lob zur Ehre Gottes hervorbringen.

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Wahrheit, Liebe oder Respekt – welche Werte zählen?

In einer Schamkultur wird der Wert einer Person durch Geburt, Rang oder gesellschaftliche Stellung bestimmt. Ihr wird bleibender Respekt entgegengebracht, unabhängig vom persönlichen Verhalten. Kommt ein Missionar aus einer Schuldkultur, bewertet er den Status eines Menschen nach dessen Leistung. Mit kritischem Blick wird der Andere beäugt und beurteilt. Können Sie sich vorstellen welche Spannungen sich […]

Berufung in Raten

Als die Ärztin Inge Mathes erstmals mit dem Thema Weltmission in Berührung kam, war sie bereit, einen kurzen Einsatz in Asien zu machen. Im Verlauf der Bewerbung dachte sie um und plante einen zweijährigen Einsatz.
Mittlerweile hat sie ihren Dienst um weitere zwei Jahre verlängert.

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