Japan: Freud und Leid in der Gemeindegründung

Drei Schritte vor und zwei zurück – so kommt Beatrix Neblung die Arbeit in der Isumi-Gemeinde in Sapporo, Japan, vor. Aber auch, wenn es nur langsam vorangeht: sind die Japaner und die Botschaft von Gottes Liebe der Mühe nicht wert?

Brücken zu Japanern bauen

60 Personen drängten sich zum Weihnachtsspiel in den gemieteten Raum der neun Jahre alten Isumi-Gemeinde in Sapporo. Von Februar bis Juni peppten Kurzzeiter unser Gemeindeprogramm auf. Dadurch nahmen etwa 50 Personen an neuen Angeboten teil. Alle hörten von Jesus. Fremde wurden zu Freunden! Drei Frauen und ein Mann begannen einen Glaubenskurs. Halleluja! Gott sei Dank!

Doch im gleichen Zeitraum wechselte ein Gemeindeglied zu einer anderen Gemeinde, zwei weitere zogen sich komplett zurück. Zurück bleiben fünf feste Mitglieder. Eins davon kämpft mit Depressionen, ein anderes ist auch nicht sehr belastbar. Es scheint oft, als ginge es drei Schritte vor und wieder zwei zurück.

Geduld ist gefragt

Häufig brauchen Japaner viele Jahre, um sich für Jesus zu entscheiden. Aber wenn sie Christen geworden sind, besuchen sie oft lediglich den Gottesdienst. Vieles bremst das Glaubenswachstum: Furcht, in einer buddhistisch-schintoistischen Kultur anders zu sein; Stress und Zeitmangel; Widerstand aus dem Familien- und Freundeskreis; der Sog des alten Lebens…

Warum gründet OMF trotzdem neue Gemeinden und möchte ältere, schrumpfende Gemeinden wiederbeleben? Weil Müde und Beladene in warmherzigen und lebendigen Gemeinden die Liebe Gottes erfahren sollen. Weil Jesus auch in Japan das Haupt seiner Gemeinde ist. Weil Jesus Christus geboten hat, Menschen zu Jüngern zu machen.

Auch, wenn es manchmal mühsam ist, erleben wir: Gottes Feinde werden zu Gottes Kindern, die Jesus beständig nachfolgen und Ihm hingegeben dienen. Japanische Christen bringen sich voller Freude ein und führen andere zu Jesus. Dafür lohnt sich der Kampf um jeden einzelnen Schritt vorwärts.

Beatrix Neblung

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