James Hudson Taylor – Gründer der China Inland Mission / OMF

James Hudson Taylor wurde am 21. Mai 1832 in eine christliche Familie hineingeboren. Dort sprach man oft über andere Länder, vor allem über China, wo die Menschen kaum Gelegenheit hatten, Gottes Wort zu hören. Mit 17 Jahren wandte sich Hudson allerdings vom Glauben seiner Eltern ab.Der folgende Bericht ist ein persönlicher Bericht darüber, was sein Leben veränderte. Er wurde seinem Buch „Rückblick“ entnommen.

„Schon früh hatte ich viel Gelegenheit, den Wert des Gebets und des Wortes Gottes schätzen zu lernen. Meine Eltern brachten wir mit großer Freude bei, dass, wenn es Gott gäbe, es zwangsläufig das beste und klügste sei, diesem Gott zu vertrauen, ihm gehorsam zu sein und sich ganz in seinen Dienst zu geben.

Trotz all dieser hilfreichen Vorbilder blieb mein Herz unverändert. Hudson Taylor als junger MannOft genug hatte ich versucht, aus eigener Kraft Christ zu werden. Da ich daran natürlich scheiterte, fing ich schließlich an zu glauben, dass ich aus bestimmten Gründen eben nicht gerettet werden konnte. Deshalb schien es das Beste zu sein, diese Welt soviel wie möglich auszukosten, denn schließlich hatte ich keine Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.“

In dieser Zeit waren Hudson und seine Freunde dem Christentum gegenüber skeptisch. Sie fühlten sich abgestoßen von der „Widersprüchlichkeit der Christen“ die behaupteten, an die Bibel zu glauben, aber sich „trotzdem damit zufriedengaben, so zu leben, als wenn es dieses Buch gar nicht gäbe“. Taylors Mutter und seine Schwester beteten ausdauernd für ihn. Im Juni 1849, nur einen Monat, nach dem seine Schwester sich verpflichtet hatte, täglich für ihn zu beten, änderte er seine Einstellung, nachdem er ein kleines Traktat gelesen hatte. Dieses forderte ihn heraus, sein bisheriges Verständnis von dem, was Gott in einem Menschenherzen tun kann, zu überdenken, und erklärte Gottes Plan, der durch Christus vollendet worden war.

Durch diese Erfahrung zum rettenden Glauben gebracht, blieb die Kraft des Gebetes ein wertvoller Kern seines Lebens. Er wusste, dass „Gottes Verheißungen echt sind, und dass das Gebet ein nüchternes, sachliches Geschäft mit Gott ist, sei es für einen selbst oder für Menschen, für die man Gottes Segen erbat.

Hudson Taylor: Leidenschaft, die zum Handeln bewegt

Nach einigen Jahren wurde er trotz schlechter Gesundheit, finanzieller Engpässe und der Fortführung seines Medizinstudiums ein Missionar in China. Im September 1853 segelte er mit der Dumfries los und erreichte im März 1854 Shanghai, mitten im Taiping-Aufstand. Während dem Sprachstudium beobachtete er, wie viele Missionare einen bequemen Lebensstil angenommen hatten. Nur wenige waren in die ländlichen und ärmeren Gebiete des Landesinneren vorgedrungen.

Taylor und seine Familie

Nach sechs Monaten bezog er ein kleines Haus, in dem er seine chinesischen Nachbarn kennen lernen konnte. Eines Tages, als er vom Balkon aus einen Brand beobachtete, schlug direkt neben ihm eine Kanonenkugel in eine Mauer ein und überschüttete ihn und den Hof mit Ziegelstücken. Taylor entschied sich, zurück in das Haus der Ausländersiedlung zu ziehen. Kurz danach brannte sein Haus ab. Seine Mutter bewahrte die vier bis fünf Pfund schwere Kanonenkugel viele Jahre als kleines Zeichen Gottes von Gottes großem Schutz für ihren Sohn auf.

Zusammen mit Arbeitskollegen begann Hudson Taylor, in den umliegenden Gebieten zu predigen und Literatur zu verteilen. Als er jedoch merkte, dass die Chinesen ihn nur als Ausländer betrachteten, begann er dem Beispiel von Dr. Karl Gützlaff zu folgen, den er den „Großvater der China Inland Mission“ nannte, und begann, die Kleidung des einfachen chinesischen Volkes zu tragen. Auch wenn es ihn zum Gespött von Ausländern und Chinesen machte, bewies das seinen Standpunkt und half den Menschen zu erkennen, dass das, was er predigte, keine fremde Botschaft war.

Die Gründung der China Inland Mission

Im Jahr 1857 eröffnete Hudson Taylor mit einem Mitarbeiter eine Missionsstation in Ningbo. Im folgenden Jahr heiratete er Maria Dyer, die Tochter einer anderen Missionarsfamilie. Zusammen hatten sie acht Kinder, von denen nur vier die Kindheit überlebten.

hudson taylor nach erstem TermMüde und abgeschlagen segelten sie 1860 zurück nach England. Hudson Taylor war davon überzeugt, dass es eine neue Missionsgesellschaft brauchte, um die Chinesen in den ländlichen Gebieten und im Inland zu erreichen. Doch der Gedanke, selber eine solche Last zu übernehmen, widerstrebte ihm zutiefst.

Im Sommer 1865 wurde er eingeladen, ein Wochenende in Brighton zu verbringen. Am Sonntagmorgen konnte er es nicht ertragen, in der Kirche neben hunderten von Christen zu stehen, die ihr Heil genossen. Er verließ die Kirche und ging am Strand auf und ab. Plötzlich ging es ihm auf: Die Verantwortung für ein solches Unterfangen lag nicht bei ihm, sondern bei Gott! Er notierte in seiner Bibel: „Betete in Brighton für 24 willige und tüchtige Arbeiter, 25. Juni 1865.“

Im Jahr 1865 gründete Hudson Taylor die China Inland Mission (CIM). Weil es Millionen von Chinesen gab, die die Nachricht von Jesus Christus hören mussten, nannte er seine Missionszeitschrift „China‘s Millions“. Heute wird sie unter dem Namen „Ostasiens Millionen“ weitergeführt.

Die erste Gruppe von achtzehn Missionaren, Hudson und Maria eingerechnet, segelte 1866 nach China; 1870 folgten achtzehn weitere Personen. Hudson Taylor betonte zwar die Notwendigkeit, auf breiter Front zu predigen, drängte aber gleichzeitig darauf, dass einheimische Gemeinden gegründet wurden und reiften, dass die Kirchengebäude chinesisch und nicht ausländisch gestaltet wurden und dass die Leiter der Gemeinden chinesische Christen waren.

Seine Sorge für die unerreichten Gebiete trieb ihn immer weiter. Im Jahr 1886 erließ er einen Gebetsaufruf um 100 neue Mitarbeiter innerhalb von zwei Jahren. Bis Ende 1887 reisten als Folge dieser Gebete 102 Missionare nach China aus. 1888 wurde die erste Gruppe aus Nordamerika ausgesandt.

Hudson Taylor: Das Erbe dauert an

Hudson Taylor war als Mann des Gebets bekannt, so wie er die Kraft des Gebetes durch seine Mutter und Schwester kennengelernt hatte. Wenn er als ein „Mann des Glaubens“ bezeichnet wurde, antwortete er, er sei „nur ein Diener eines treuen Gottes“.

Hudson Taylor starb am 3. Juni 1905 und wurde in Changsha, Provinz Hunan begraben. Die CIM wurde in Overseas Missionary Fellowship umbenannt (Überseeische Missionsgemeinschaft), nennt sich aber heute nur noch OMF International.

Taylor prägte und förderte die Mission durch sein Beispiel und seine Aufrufe, zu Beten und sich senden zu lassen.

Möge unsere Generation das Wort unseres treuen Gottes bewahren und nach seinem Willen leben, ihn verkündigen und beten, wo auch immer wir sind.

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