Globaler Einfluss von Ortsgemeinden

Wer als Missionar in Ostasien arbeiten möchte, braucht eine starke Basis. Der geistliche Dienst in einer anderen Kultur ist herausfordernd. Deshalb stellt OMF Deutschland zwei Bedingungen an angehende Missionare, bevor sie nach Ostasien gesandt werden.

Die Bedingungen sind:

  • Sie müssen mindestens 30 Beter gewinnen.
  • Sie brauchen mindestens eine Gemeinde, die sich verbindlich als Missionspartner hinter ihren Dienst stellt.

Globaler Einfluss einer Ortsgemeinde

Joachim König, OMF-Gemeindecoach, berichtet: Die Treffen mit der Leitung einer Gemeinde gehört für mich zu den schönsten Aufgaben in der Begleitung von neuen Missionaren. Vielen Gemeinden ist nicht klar, welche Aufgabe sie in der Weltmission spielen. Wenn ich erkläre, welche Bedeutung OMF der geistlichen Unterstützung durch Gemeinden zumisst, ist dies für viele Gemeinden ein Augenöffner für ihre weltweite geistliche Bedeutung.

Im Laufe der Gespräche werden Vorurteile überwunden. Manche Gemeinden fühlen sich allein dazu verpflichtet, die Arbeit ihres Missionars zu finanzieren. Sie gehen davon aus, dass nicht sie, sondern die Missionsgesellschaft die geistliche Verantwortung trägt.

Partnerschaft: Erleichterung für alle Seiten

Es gibt aber auch das Gegenteil. Ich habe Gemeinden kennengelernt, die Angst davor hatten, die gesamte Verantwortung für ihre Missionare zu tragen. Wie könnten sie die vielen notwendigen Aspekte schultern, von Administration bis zur Übersicht über die Aufgaben im Einsatzland?

Für viele Gemeinden ist es eine riesige Erleichterung, wenn ich die Kooperationsvereinbarung von OMF Deutschland auf den Tisch lege. Darin wird genau erklärt, welchen Beitrag jeder einzelne Partner in der Missionsarbeit leistet. Damit die Gute Nachricht von Jesus Christus unter Ostasiaten verkündet werden kann, braucht es viele Mitarbeiter. Nicht jeder muss alles tun. Aber jeder muss seinen Teil erfüllen, damit das Evangelium um die Welt laufen kann.

Was ist die Aufgabe des Missionars in der Partnerschaft?

Der Missionar ist das „ausführende Organ“ der Mission. Im Namen und Auftrag der Gemeinde ist er Zeuge Jesu „am Ende der Erde“.

Als Teil seiner sendenden Gemeinde verpflichtet sich der Missionar, auch vom Ausland aus Anteil an den Vorgängen der Gemeinde zu nehmen und regelmäßig für sie zu beten. Außerdem berichtet er regelmäßig über seine Arbeit und gibt ehrlich Rechenschaft über seinen Dienst. Nur so kann die Gemeinde gezielt beten. Es gehört zum guten Ton, Dank für Spenden und Gebete zum Ausdruck zu bringen.

Was ist die Aufgabe von OMF in der Partnerschaft?

OMF trägt die Verantwortung für die rechtlichen Aspekte eines Einsatzes und koordiniert die Missionsarbeit vor Ort.

Eine wichtige Aufgabe von OMF in der Heimat ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen für ihre Missionare sicherzustellen. Dazu gehört der Abschluss von Sozial-, Renten- und Unfallversicherung und die Verwaltung der Spenden.

In Ostasien organisiert OMF alles, was der Missionar für seinen Dienst benötigt. Sprachstudium, persönliche und seelsorgerliche Begleitung, medizinische Versorgung gehörent ebenso dazu wie die Auswahl eines passenden Einsatzortes.

Um der Partnerschaft gerecht zu werden, wird die Gemeinde einbezogen, wenn wichtige Entscheidungen anstehen. Dazu hat sich bewährt, dass OMF die sendende Gemeinde einmal jährlich besucht.

Was ist die Aufgabe der Gemeinde in der Partnerschaft?

Die sendende Gemeinde trägt die Verantwortung für das geistliche und persönliche Wohlergehen des Missionars.

Dies beginnt mit der feierlichen Aussendung im Gottesdienst. Es hat sich bewährt, ein Missionsteam zu gründen, das die Verbindung zwischen dem Missionar und der Gemeinde aufrecht erhält. Wenn Neuigkeiten des Missionars zeitnah weitergeben werden, kann im Gottesdienst und in den Kreisen für ihn gebetet werden.

Neben dem Gebet ist persönliche Ermutigung wichtig. Wie wohltuend ist es, wenn an Weihnachten ein Päckchen im Postfach liegt oder die Gemeinde an den Geburtstag gedacht hat.

Außerdem trägt eine sendende Gemeinde nach ihren Möglichkeiten dazu bei, dass der finanzielle Unterhalt für den Missionar zusammenkommt. Viele Gemeinden geben einen festen Betrag pro Monat. Andere sammeln regelmäßig Kollekten im Gottesdienst und motivieren außerdem die Gemeindeglieder, ihre Missionare mit einem persönlichen Dauerauftrag zu unterstützen.

Gemeinsam arbeiten, gemeinsam feiern

Ein wichtiger Punkt sind die sogenannten „Rückkehrer-Gespräche“: Wenn ein Missionar in den Heimataufenthalt kommt, treffen sich die drei Partner Gemeinde, Missionar und Missionsgesellschaft, um den Dienstabschnitt auszuwerten.

Zuerst berichtet der Missionar von seinem Einsatz. Was hat Jesus getan? Was war gut? Was war frustrierend? Welche Erfolge konnte man feiern? Welche Niederlagen musste man einstecken?

Anschließend wird ausgewertet: Was lief gut in unserer Partnerschaft? Was wollen wir beibehalten? Was müssen wir im nächsten Dienstabschnitt besser machen?

Mission ist Partnerschaft. Jeder trägt seinen Teil dazu bei, dass Jesus bekannt wird. Finden auch Sie Ihren Platz.

Joachim König, OMF Deutschland

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