Ausdauer gefragt: Gemeindebau im ländlichen Kambodscha

Im Jahr 2002 besuchte ein deutscher Missionar mit einigen Khmer-Gläubigen aus der Provinzhauptstadt Kratie den Snoul-Distrikt. In der Folge gründete OMF ein Gemeindegründungs-Team, das bis heute besteht.

Motorradfahren mit OMF in KambodschaOMF führte damals in sieben Dörfern des Snoul-Distriktes ein Alphabetisierungsprogramm durch. Bei ihren Besuchen lernte die Gruppe einige Christen kennen, die ethnischen Minderheitenvölkern angehören. Unter der Hauptvolksgruppe, den Khmer, fanden sie jedoch in keinem der 38 Dörfer Christen.

Nach einer Zeit des Prüfens im Gebet zog die deutsche Familie im Jahr 2006 zusammen mit zwei ledigen Missionarinnen aus Schottland und Singapur in die Kreishauptstadt. Von Anfang an arbeitete das Team zusammen mit dem Bildungsministerium und unterstützte Lehrer in abgelegenen Dorfschulen. Dies bot auch die Gelegenheit, Geschichten über Jesus Christus zu erzählen.

2006 bis 2010: Fundamente legen

Am Anfang konzentrierte sich das Team auf die Kreishauptstadt und ein nahegelegenes Dorf in einer Kautschukplantage. Sie gestalteten Kinderstunden und verbrachten viel Zeit damit, die Einheimischen in ihren Häusern zu besuchen. Mit Hilfe von Christen aus der OMF-Gemeinde in Nerk Luang führten sie im ersten Jahr eine große öffentliche Weihnachtsfeier durch. Eine Jugendgruppe entstand. Außerdem unterrichtete das Team Englisch und Gitarre.

Im Jahr 2008/09 zog ein weiteres Missionarsehepaar zur Unterstützung der Arbeit nach Snoul. Doch leider sank der Gottesdienstbesuch von bis zu 20 Personen auf eine Familie. Die Missionare versuchten alles, um die Menschen zum Gottesdienst einzuladen, aber die Khmer kamen nicht mehr. Eine Schlüsselfamilie zog nach Phnom Penh, wo sie immer noch Teil einer christlichen Gemeinde ist.

Aus verschiedenen Gründen mussten die ursprünglichen Teammitglieder die Arbeit verlassen. Ein neues Ehepaar setzte die Arbeit fort. Es blieb insgesamt zehn Jahre in Snoul. Eine Zeit lang führten sie Kinderstunden mit 40-50 Kindern durch.Sie merkten jedoch, dass die Khmer meinten, die Jesus-Geschichten seien nur etwas für Kinder. Daraufhin begannen sie, sich auf die anderen Dörfer des Bezirks zu konzentrieren, die noch nichts von Jesus gehört hatten.

In den folgenden Jahren arbeitete das Team weiter mit dem Bildungsministerium zusammen und unterstützte Dorflehrer und Schulkinder. Einige Distriktsleiter baten das OMF-Team, Bibliotheken zu gründen. So starteten die Missionare ein Bibliotheksprojekt in den beiden am wenigsten erreichten politischen Gemeinden des Bezirks. Nach einigen Jahren war das Vertrauens soweit gewachsen, dass auch christliche Bücher in die Bibliotheken aufgenommen werden konnten. Die Bücher mit Jesusgeschichten gehören zu den beliebtesten.

2011 bis heute: Ausdauer gefragt

Eines Tages entdeckte das Team, dass sich in einem nahe gelegenen Dorf einst eine christliche Gruppe getroffen hatte. Sie begannen, zwei Gläubige in der Nachfolge Jesu anzuleiten. Diese beiden hatten seit zehn Jahren dafür gebetet, dass jemand kommen und sie die Bibel lehren würde. Nach einiger Zeit entstand aus dieser Zelle wieder eine Hausgemeinde. 2012 vergrößerte eine junge amerikanische Familie das Team.

Unsere Aufgabe wurde es, die jungen Christen zu fördern und weiterhin andere Dörfer zu besuchen. Während unseres ersten Heimaufenthalts gab der Leiter der Gemeinde seinen Glauben an Jesus jedoch vollständig auf. Zwischenzeitlich hat er zwar zu Jesus zurückgefunden, aber die Hausgemeinde trifft sich immer noch nicht wieder.

Immer wieder erleben wir, wie Gott an den Kambodschanern wirkt. Der Vater und die Schwester eines unserer Gemeindemitglieder kamen zum Glauben. Später kam eine Frau mit einer Behinderung dazu. Sie lebte auf einem Feld unter einer Zeltplane. Dort trafen wir uns zum Gebet. Leider verstarb sie im vergangenen Jahr.

Auf der Gummiplantage, wo das erste Team damals die Arbeit begonnen hatte, führen wir weiterhin Einsätze durch. Wir hatten die Möglichkeit, eine zugezogene Christin und ihre Nachbarin in der Nachfolge Jesu zu fördern. Mittlerweile ist sie allerdings an einen anderen Ort gezogen. Die Menschen im Dorf sind freundlich, aber nicht offen für Jesus.

In einem anderen Dorf war 2014 eine Hauskirche entstanden. Das Team freute sich, als eine weitere Familie zum Glauben an Jesus kam. Leider hatte der Leiter dieser Gruppe bedeutende Probleme, die sein christliches Zeugnis untergruben. Deshalb beschloss das Team, die Veranstaltungen für einige Zeit zu unterbrechen.

Auch in weiteren Dörfern durften wir Jesus bezeugen. An vielen Orten zeigten die Menschen zunächst Interesse. Das kühlte sich aber leider wieder ab. In einem Dorf jedoch, welches das Team seit über zehn Jahren immer wieder besucht, trifft sich eine Gruppe von Männern. Sie nahmen an einem siebenteiligen Glaubenskurs teil, bevor der Schweizer Missionar, der die Gruppe gegründet hatte, in den Heimataufenthalt ging. Die Männer treffen sich weiterhin. Zurzeit lesen wir Teile des Markusevangeliums. Häufig nehmen auch Besucher, die noch nie etwas von Jesus gehört haben, an den Treffen teil.

In einem anderen Dorf kam eine Frau zum Glauben an Jesus. Ihr Bruder ist Mitglied einer Hauskirche in der Nähe der Provinzhauptstadt. Eine kleine Gruppe trifft sich seither in ihrem Haus. Als erste Christin in ihrem Dorf wird sie oft nach ihrem Glauben gefragt. Ihre Antwort ist einfach: „Eins weiß ich: Jesus ist der Gott, der rettet.“

Unser Anliegen ist nach wie vor, den Samen des Evangeliums weit zu streuen. Wir suchen nach Menschen des Friedens (Matthäus 10,11-13) und Gruppen, die mehr erfahren wollen. Wir suchen auch aktiv die Partnerschaft mit einheimischen Christen, um uns bei unserer Arbeit unterstützen.

Was bleibt nach 15 Jahren Arbeit?

Vor 15 Jahren lebten hier rund 45.000 Einwohner ohne eine sichtbare christliche Präsenz. Heute ist die Bevölkerung auf 80.000 Menschen angewachsen. Es gibt eine Handvoll Gläubige und mehrere verstreute Hausgemeinden. Wir durften mit anderen dazu beitragen, dass Menschen zum Glauben kamen und Hausgemeinden gegründet wurden.

Gott hat auf unsere Gebete geantwortet. Wir haben sein Wirken oft erlebt. Dennoch bleibt die Aufgabe unvollendet.

Beten Sie für Kambodscha

  • Danken Sie Gott für sein geduldiges Wirken in diesem Bezirk.
  • Bitten Sie Gott, dass die Samen des Evangeliums, die über viele Jahre in diesem und anderen ländlichen Bezirken Kambodschas ausgesät wurden, keimen, wachsen und Frucht bringen.
  • Beten Sie, dass sich Christen aus dem In- und Ausland in andere unerreichte Dörfer aufmachen und dort Gemeinden gründen.

Aktiv werden

Möglichkeiten zum Einsatz in Kambodscha in unserer Stellen-Datenbank.Das 30-Tage-Gebetsheft hilft Ihnen, gezielt für Kambodscha und seine Menschen zu beten.

Ressourcen

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