Lobe den Herrn! Auf den Philippinen? Trotz Corona?

“Unser Pastor predigte über Psalm 135. In der Auslegung erinnerte er daran, dass wir die Wahl haben: wir können Gott in allen Lebenslagen loben und ihm danken, oder ‚einknicken‘. Ich möchte das Lob wählen, trotz der momentanen Umstände auf den Philippinen.”

OMF Missionarin Anke Malessa stellt sich drei Fragen.

1. Womit habe ich das verdient?

Zwei Tage vor den Ausgangsbeschränkungen konnte ich im Supermarkt, der günstige Preise hat und in dem man u.a. auch Käse bekommt, viele Vorräte einkaufen. Auch der kleine Markt am Eingang unseres Wohnbezirkes funktioniert noch recht gut: Gemüse und Huhn können wir problemlos einkaufen, sogar Obst, wenn auch zu erhöhten Preisen.

Auch unsere Haushaltshilfe kommt nach wie vor bei uns zur Arbeit. Das gibt uns nicht nur Zeit für unsere eigene Arbeit, sondern auch ein Gefühl von Normalität. Womit habe ich das verdient?

2. Womit haben sie das verdient?

Im Slum nebenan, nur ein Kilometer Luftlinie von uns, steht das Leben still. Man kann nicht mehr zur Arbeit, weil die öffentlichen Verkehrsmittel nicht mehr fahren. Die Familien leben vom Tages- oder Wochenlohn eines Verdieners. Jetzt haben sie nichts mehr.

Slum Philippinen

Ich fahre alle fünf Tage zum Eingang dieses Slums und versorge zwei Familien, die wir kennen, mit Lebensmitteln. Zwei Slums weiter kommt Hilfe durch andere Christen und Gemeinden, die wir kennen. Sie teilen Essen aus und beten für die Bewohner.

Das ist großartig! Aber alle anderen? Mehrere Millionen Armen in Manila werden vermutlich von niemand erreicht. Womit haben sie das verdient?

3. Womit hat sie das verdient?

Eine Kollegin von uns lebt in der Provinz. Das Dorf lebt im “Lockdown”. Weil es nichts zu kaufen gibt, essen alle nur noch Reis plus ein wenig Fisch aus dem Meer. Die Kollegin und ihre Freundin verzehren zusätzlich ihre Vorräte. Es ist hart, die Freunde im Dorf leiden zu sehen. Bald wird es den beiden Frauen gehen wie allen anderen auch.

In dieser Situation will ich mir ins Herz schreiben und mich daran erinnern: Gott sitzt im Regiment. Er ist der Herr über Himmel und Erde, und er weiß alles, wirklich alles!

Ich will mich daran erinnern, dass er mitleidet. Er tut es wirklich.

Ich will ihm danken für all das Gute, das ich täglich erlebe und will ihn bitten für alle, von denen ich weiß, die leiden. Es ist ihm nicht egal, was passiert, und ich weiß, er ist gut.

Und ich will ihn loben, weil er Gott ist, und weil er mein Lob verdient.

“Herr, dein Name währet ewiglich, dein Ruhm, HERR, währet für und für.”
Psalm 135, 13

Michael und Anke Malessa OMF PhilippinenAnke Malessa koordiniert auf den Philippinen alle OMF-Kurzzeiteinsätze. Außerdem bringt sie sich im Vorstand der internationalen Schule Faith Academy ein und schult asienweit OMF-Missionare. Ihr Ehemann Michael ist Theologe und promovierter Hebraist. Er unterrichtet biblische Sprachen und Altes Testament in Manila.

 

Video: Michael und Anke Malessa berichten von ihrem Corona-Alltag auf den Philippinen

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Simon und Karen Burgbacher, Philippinen