Corona: Chinesen in Sorge um gute Freunde

Chinesen sorgen sich um ihren deutschen Freund: “Wir haben gehört, dass die Epidemie bei Euch jetzt richtig schlimm ist. Denk dran, dass Du immer einen Mundschutz aufsetzt, wenn Du das Haus verlässt.”

„Gib mir Deine Adresse, dann schicke ich Dir Masken.“ – Solche WeChat Nachrichten bekomme ich jeden Tag von chinesischen Studenten, Krankenschwestern und Ärzten, die ich noch vor zwei Monaten selbst besorgt gefragt habe, wie es ihnen in der Corona-Epidemie geht. Glaubt man den offiziellen Zahlen, so leben sie mittlerweile im sichersten Land der Welt. „Ich wünschte, Ihr könntet jetzt bei uns in Yunnan sein,“ chattete Mingdeng heute.

Fundraising für deutschen Arzt

HandyFeng Da, ein junger Mann aus Jianshui, wo wir vier Jahre lebten, studiert mittlerweile in Ungarn. Er hat extra unter seinen Freunden ein online-Fundraising für mich gestartet, um mir eine größere Menge Masken senden zu können. „2000 RMB kamen zusammen!“ Ich bin tief bewegt von ihrer Freundschaft und praktischen Hilfe.

Das sind die Menschen, denen wir über viele Jahre lang Gottes Liebe weitergeben wollten, jetzt empfangen wir soviel Liebe zurück.

„Ich mach mir Sorgen um Euch. Möge Gott Euch behüten!“ schrieb Zhihui, eine andere Studentin aus Yunnans Bergen. „Ja, den Höhepunkt haben wir in Deutschland noch nicht erreicht.“ antworte ich ihr „Aber ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Gewalten, weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas auf der Welt können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt.“ Römer 8,38-39

Rollenspiel und Bibelkreis

„Die Zeit ist gekommen, ich brauche Gott, ich muss Christ werden.“ So reagierte Echo, eine chinesische Ärztin, auf dem Höhepunkt der Corona-Epidemie in China, wo ihre Familie lebt, während sie sich in Deutschland auf die Fachsprachenprüfung vorbereitet, um hier als Ärztin arbeiten zu können.

Die letzte Stunde des Tages kurz vor Mitternacht üben wir per Telefon Anamnesegespräche, wobei ich zunächst als Patient meine Symptome klage und mir anschließend als Oberarzt den neuen Fall berichten lasse.

In der Woche, als die Schulen schlossen, hätte ihre Prüfung stattfinden sollen. Einmal war sie durchgefallen, auf den zweiten Termin hatte sie ein halbes Jahr warten müssen. Nun ist er auf unbestimmt verschoben. „Wir haben jetzt genug geübt,“ beschloss ich, auch fielen mir kaum noch neue Patienten ein. „Dann können wir jetzt die Bibel lesen, okay?“

Vor dem nächsten Anruf beratschlagte ich mich mit meinen Kindern und ihren Freunden von der Bibelschule. Wir einigten uns, mit dem Johannes-Evangelium zu beginnen.

Echo will auf Deutsch lesen, Vers für Vers sprechen wir über den Inhalt. Sie saugt die Worte als Wort der Wahrheit auf. Ich kann nur staunen, wie tief sie den Inhalt begreift. Als wir bei Vers 12 ankommen: „Die ihn aber aufnahmen und an ihn glaubten, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden“, sagt Echo spontan: „Genau das will ich jetzt. Können wir beten?“ Im Himmel jubeln die Engel.

Wenn sie anruft und ich frage, willst Du Anamnese üben oder Bibel lesen, dann sagt sie oft, lass uns Bibel lesen.

Ihr gestriges Schlussgebet begann so: „Lieber Gott, es freut mich sehr, dass Du mich lasst zu Dir gehen. Danke, dass ich Dich schon zwei Wochen kennenlernen kann.“

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