Mission: Christ und Kultur

Mission, Kultur, Dialog, Religionsfreiheit, Menschenrechte: Prof. Dr. mult. Thomas Schirrmacher verbindet diese Begriffe in prägnanten Thesen.

Im Folgenden bringen wir einige seiner prägnanten Thesen als Auszug.

32. These: Die Vielfalt der Völker und Kulturen ist prinzipiell keine Folge der Sünde, sondern gottgewollt. In einer Kultur ist aus biblischer Sicht nur das zu verwerfen, was ausdrücklich Gottes heiligem Willen widerspricht, nicht aber die Vielfältigkeit menschlicher Ausdrucks- und Lebensweisen.

34. These: Christen können andere Kulturen im Lichte der Bibel beurteilen, weil und wenn sie gelernt haben, zwischen ihrer eigenen Kultur, auch ihrer jeweiligen frommen Kultur, und den für alle Kulturen gültigen Geboten Gottes zu unterscheiden.

38. These: Weil Christen allein Christus gehören und allein seinem Wort unterstehen, können sie nicht nur ihre eigene Kultur und die Kultur anderer kritisch sehen, sondern sind verpflichtet, sich aus Liebe auf die Kultur anderer einzustellen.

42. These: Dialog im Sinne von friedlicher Auseinandersetzung, ehrlichem und geduldigem Zuhören, selbstkritischer Reflexion, gewinnender und demütiger Darlegung der eigenen Sichtweise und Lernen von anderen ist eine christliche Tugend.

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43. These: Dialog im Sinne von Aufgabe des christlichen Wahrheitsanspruches oder von Aufgabe der Weltmission ist undenkbar, ohne das Christentum selbst aufzulösen.

44. These: Die Rede des Paulus in Athen zeigt, wie gut und wichtig es ist, andere Religionen und Weltanschauungen und ihre Texte zu studieren und sich denkerisch und sprachlich auf ihre Anhänger einzustellen.

46. These: Die Sanftmut ist nicht nur eine zwingende Folge davon, dass Christen den Gott der Liebe verkündigen und unseren Nächsten lieben sollen und wollen, sondern auch eine Folge des Wissens, dass Christen selbst nur begnadigte Sünder und nicht Gott sind.

49. These: Friedliche Mission ist als Menschenrecht grundlegend verankert.

50. These: Man muss zwischen dem Eintreten für die Menschenrechte und der Religionsfreiheit von Anhängern anderer Religionen oder Menschen ohne Religionszugehörigkeit und dem Gutheißen ihrer Wahrheitsansprüche unterscheiden.

51. These: Religionsfreiheit gilt für alle Menschen, nicht nur für Christen.

56. These: Der Friede des einzelnen mit Gott, das heißt die persönliche Errettung aufgrund des gnädigen Opfers Jesu am Kreuz ist das erste und vorrangigste Ziel der Mission, aus dem heraus sich alle anderen Ziele ergeben.

Sao Paulo MacKenzie 2014 - 3 - Arbeitskopie 2Prof. Dr. phil. Dr. theol. Thomas Schirrmacher ist u.a. Rektor des Martin Bucer Seminars Bonn, Präsident der International Society for Human Rights (Genf), Vorsitzender der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz (Bonn) und hat weitere Führungsämter inne.

Bei Interesse senden wir Ihnen den gesamten Text mit freundlicher Genehmigung des Autors gerne zu. Senden Sie uns eine Email

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