Hudson Taylor: Anpassung aus Liebe

„Jetzt ist er völlig verrückt geworden. ‚Alle Menschen sind vor Gott gleich’ – das darf man nicht wörtlich nehmen. Unsere britische Kultur ist der chinesischen haushoch überlegen. Hudson Taylor – so ein Narr!“

Taylor und seine Familie
Taylor und seine Familie

So tönte es in Shanghai, als Taylor begann, chinesische Kleidung zu tragendie Haare wachsen zu lassen und zum Zopf zu flechten. Er stellte sich so auf eine Stufe mit seinen geliebten Chinesen. Seine Zeitgenossen waren empört! „Das Wort ‚Verräter’ ist nicht zu stark, um ihn zu beschreiben“, schreibt ein Kenner der damaligen Situation.

Taylors war nicht der erste, der chinesische Kleidung trug. Schon der deutsche Missions-Pionier Karl Gützlaff (1803-1851) hatte dafür plädiert.

Chinesen fanden die vornehmen Ausländer in ihrer fremdartigen Garderobe überheblich. Es passte genau in ihr Bild der Europäer. Diplomaten und Händler setzten ihre eigenen Interessen unerbittlich durch, wenn nötig, mit Waffengewalt. Sie beuteten das Land aus. Sie versklavten Männer und Frauen an die Opiumsucht. Kein Wunder, dass Ausländer gehasst waren. Missionare wurden mit ihnen gleichgestellt…

Taylor las die Bibel und lernte von Jesus und Paulus. Jesus begegnete den Menschen nicht als Gott, sondern als echter Mensch (Philipper 2,7). Paulus gab berechtigte Ansprüche auf, um „möglichst viele zu gewinnen“ (1.Kor 9,20).

Ihm war bewusst, wie sehr „Äußerlichkeiten“ dazu beitragen, ob Boten Jesu Vertrauen oder Ablehnung entgegen kommt. „Nur, wenn wir von Herzen mit den Chinesen verbunden sind und in persönlichem Kontakt stehen, wird unser Leben Frucht bringen.“ Die Zeit gab ihm recht.

Aus Liebe brach Hudson Taylor mit Konventionen, um sich mit den Chinesen zu identifizieren. Dadurch fassten sie zu ihm Vertrauen. So konnten bald einheimisch geleitete Gemeinden entstehen.

Dies war von Anfang an sein Ziel gewesen: „Wir suchen nicht die ‚Entnationalisierung’ der Chinesen, sondern ihre ‚Christianisierung’“. 

Bis heute ist es den Missionaren der ÜMG wichtig, sich mit den Einheimischen zu identifizieren, um kulturelle Mauern niederzureißen!

Joachim König

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