Rückblick auf den Studientag Ostasien 2019 in Gießen

 

Warum Kirchen Gräber statt Small Talk brauchen

Wenn Menschen aus zehn verschiedenen Nationen zusammenkommen, chinesische Reisbällchen essen, sich durch Vorträge und Workshops inspirieren lassen und Kinder lachend durch die Flure rennen, dann ist es der Studientag in Gießen!

 

Jedes Jahr stellen OMF Deutschland aus Mücke und die SMD aus Marburg gemeinsam ein buntes Programm auf die Beine, um die Gäste für interkulturelle Arbeit auszurüsten. Am 11. Mai 2019 war es wieder soweit.

 

Jesus sieht keinen Strohhalm

Hans-Markus Hainzmann (SMD) beim Studientag Ostasien

Hans-Markus Hainzmann (SMD) bei seiner Andacht


Die rund 75 Teilnehmer starteten in den Tag mit einem Blick auf Gottes Perspektive. Der leitende Referent von Hochschul-SMD International, Hans-Markus Haizmann, forderte heraus Parallelen zu ziehen. Jesus sandte 70 Jünger aus (Lukas 10), um Gottes gute Botschaft in die Welt zu tragen. Sie beginnen mit Gebet, sind vollständig von Gottes Versorgung abhängig und werden unter Wölfe gesandt, um Gottes Friedensreich zu verkünden.

 

„Vor allem aber: Jesus sah ein großes Erntefeld. Wir sehen häufig nur Strohhalme oder Unkraut.“ Wir brauchen einen Perspektivwechsel!“ Es leben 400.000 internationale Studenten in Deutschland und 10 Millionen internationale Mitbürger. Sehen wir das als Chance oder ist es Zeit Gottes Brille aufzusetzen?

 

Chinesen sind unehrlich?

 

„Die Chinesen versprachen, sie würden kommen und kamen doch nicht. Sie sind unehrlich!“ Wenn zwei Kulturen aufeinanderprallen, fällt man oft vorschnelle Urteile. Der Hauptvortrag von Dr. Marco Czygan, Bereichsleiter für Mobilisation bei OMF und Berichte von interkulturellen Mitarbeitern eröffneten eine frische Perspektive. Drei verschiedene Denksysteme regieren die Welt: Schuld, Scham und Angst. Je nach Prägung trägt ein Mensch eines oder mehrere Systeme in sich.

 

Dr. Marco Czygan vom OMF über Kulturen

Dr. Marco Czygan erklärt drei unterschiedliche Kulturen


Bei der Schuld-Kultur stehen klare Regeln im Mittelpunkt und dadurch auch ein Gewissen, dass bei Regelmissachtung anschlägt.

Bei der Scham-Kultur steht die Gruppe im Mittelpunkt. Das Einhalten von harmonischen Beziehungen ist das höchste Ziel. Im obigen Beispiel versuchte die chinesische Person, den Gastgeber nicht bloßzustellen, sondern zu ehren, indem sie nicht direkt absagte.

 

Zuletzt spielen auch Angst/Macht-Kulturen eine Rolle, in der geistliche Mächte jegliches Handeln bestimmen. Sie zu besänftigen ist das wichtigste Ziel.

 

Die Bibel ist 3D

Die Bibel kennt alle drei Dimensionen einer Kultur. Sünde lädt nicht nur Schuld auf uns, sondern man kann Gott nicht mehr in die Augen sehen (verlorene Ehre) und ist unter der Herrschaft anderer Mächte.

Doch Jesus Christus erfüllt alle drei Dimensionen: Er ist sündlos; er bringt Gott Ehre; er besiegt die unsichtbaren Mächte und stellt Gott als perfekten Richter, den treuen Vater, den allmächtigen Befreier vor. Durch Jesu Auferstehung wird man frei von Schuld – geehrt als Gotteskind, Sieger über Satan und den Tod.

„Wenn wir es wagen, die Bibel mit dieser 3D-Brille zu lesen, entdecken wir ein vielschichtiges Bild von Gottes guter Botschaft.“

 

 

 

Eindrücke vom Studientag

 Theorie wird praktisch

 

Mit diesem Wissen können alle Kulturen auf ihrer Herzensebene mit der guten Botschaft erreicht werden.

 

Schuld-Kulturen sind oft auf den Intellekt fokussiert. Sie legen viel Wert auf die Verteidigung des Evangeliums und nutzen gerne den biblischen Römerbrief im Neuen Testament.

 

Praxisbericht beim Studientag Ostasien

Berichte aus der Praxis rundeten die Vorträge ab.


„Gemeinschaft leben“ ist dagegen das Schlagwort für die Scham-Kulturen. Es muss zuerst eine Beziehung bestehen, bevor die christliche Botschaft angenommen wird. Gemeinde wird zur neuen Familie. „In Japan brauchen Interessierte keinen Smalltalk, sondern wollten wissen, wo sie einmal begraben werden, bevor sie Christen werden und ihre Familienreligion hinter sich lassen.“

Für Angst/Macht-Kulturen ist es besonders wichtig, Gottes Macht zu erleben. Viele Gläubige berichten von Heilungen oder Träumen.

„Jetzt sind wir  gefragt Gottes 3D Brille anzunehmen und die beste Botschaft in all ihrer Schönheit weiterzugeben“, so Hans-Markus Haizmann im Schlusswort.

Mit vielen neuen Einblicken endete der Studientag. Nun sind die Teilnehmer gefragt, Gottes 3D-Brille „aufzusetzen“ und die beste Botschaft der Welt in all ihrer Schönheit weiterzugeben.

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