30 Jahre in Japan: Gottes Treue trägt durch

Wolfgang und Dorothea Langhans schauen zurück. 30 Jahre lang lebten und arbeiteten sie mit OMF in Japan. Ein Rückblick auf prägende Ereignisse und gelernte Lektionen.

Fertigsuppe, Fertignudeln, Fertigkaffee. Züge auf die Minute pünktlich. Häuser werden in zwei Tagen abgerissen und in zwei Monaten neu gebaut… Vieles geht sehr schnell in Japan. Doch das Aufbauen von Vertrauen und Beziehungen, das Sich-Öffnen für die Botschaft der Bibel und den lebendigen Gott, das Entstehen einer Gemeinde braucht oft lange Jahre und viel Geduld!

„Wirst du Christ, lasse ich mich scheiden!“

1980 reisten wir als junge Familie das erste Mal nach Japan aus. Nach zwei Jahren an der Sprachschule stiegen wir in die Gemeindegründungsarbeit ein. Es dauerte noch viele Jahre, bis wir nicht nur die Worte, sondern auch die Herzen der Japaner verstanden. Trotz unseres Unvermögens rührte Jesus Menschen mit seiner Liebe an und zog sie zu sich. Er baute seine Gemeinde!

Es ist ein Vorrecht, nach langen Jahren des Dienstes in Japan zurückzuschauen und zu sehen, wie treu Gott im Leben von Einzelnen und Familien gewirkt hat. Menschen wurden durch die Begegnung mit Jesus verändert, er ließ Gemeinden wachsen, wo es vorher keine gab.

„Wenn du dich taufen lässt, lasse ich mich scheiden!“, drohte Herr Takashi seiner Frau, die Christ werden wollte. Ein Jahr später willigte er ein, „weil ich gesehen habe, wie der Glaube an Jesus meine Frau verändert hat“. Einige Jahre später kam er selbst zum Glauben. Heute setzt er sich zusammen mit seiner Frau in der Gemeinde ein. Verwandte und Freunde kamen durch ihr Zeugnis zum Glauben.

Weisheit für Leitungsaufgaben

1994 wurden wir aus der Gemeindearbeit heraus in die Missionsleitung berufen. Zuerst trugen wir regionale Verantwortung, später waren wir für alle ca. 120 OMF Missionare und ihre vielfältigen Dienste in Japan zuständig. Für diese herausfordernde Aufgabe schenkte Gott Weisheit, vertrauensvolle Beziehungen und gute Zusammenarbeit. Wir erlebten auch, wie Gott junge Menschen aus aller Welt nach Japan berief und Jahr für Jahr neue Mitarbeiter schenkte.

Im März 2011 brachen der Tsunami und die Gefahr von Fukushima über uns herein. Sollten wir unsere Missionare, für die wir verantwortlich waren, evakuieren? Wie konnten wir als Mission in dieser furchtbaren Notsituation helfen, wie Spendengelder sinnvoll einsetzen? Im Rückblick staunen wir, wie Gott uns durch diese Zeit durchtrug, zusätzliche Kräfte gab und uns half, ein Hilfsprojekt im Tsunamigebiet aufzubauen, das bis heute existiert. Mittlerweile wird es von dem japanischen Gemeindeverband weitergeführt.

Noch einmal an die „Front“

Fünf Jahre vor unserem Ruhestand durften wir die Missionsleitung in jüngere Hände übergeben.

In den letzten Dienstjahren hatten wir das Privileg, in einem unerreichten Gebiet im Norden Japans noch einmal eine neue Gemeindearbeit zu beginnen, zusammen mit einem Team junger Missionare, die frisch von der Sprachschule gekommen waren.

Mit Betern, Spendern und Gemeinden gemeinsam durch Höhen und Tiefen

Über 37 Jahre lang haben wir Gottes Treue erlebt. Dazu beigetragen hat die Fürbitte vieler treuer Beter sowie die finanzielle Unterstützung durch unsere Heimatgemeinden und einen großen Freundeskreis. Gott schenkte Ermutigung in schweren Zeiten, ließ Liebe zu den Japanern und Mitmissionaren in uns wachsen und machte uns immer neu seiner Berufung gewiss.

Schwer war die Entscheidung, unsere vier Kinder in die deutsche Schule nach Singapur zu schicken. Sie lebten dort in einem Wohnheim für Missionarskinder. Die damit verbundene Trennung tat weh. Doch Gott gab liebevolle Hauseltern und viel Gnade und Segen im Leben unserer vier Kinder. Heute sind alle verheiratet und haben uns mit elf (bald 13) Enkelkindern beschenkt.

Japan – Gott ist noch nicht fertig

Wir freuen uns, dass unsere Tochter Manuela und ihr Mann David auf dem Weg in die Mission sind. So Gott will, werden sie in etwa zwei Jahren mit OMF nach Japan ausreisen. Die Arbeit in Japan geht weiter. Gott bleibt am Werk.

Wolfgang und Dorothea Langhans

Wolfgang und Dorothea Langhans lebten und arbeiteten von 1980 bis 2017 in Japan. Im Herbst 2018 treten sie in den aktiven Ruhestand. Sie leben in Salzgitter, Niedersachsen.

Was wünschen sich Wolfgang und Dorothea Langhans für die nächste Generation von Missionaren?

  • Eine klare Berufung von Jesus
  • Ein Herz voll Gottes Liebe für die Menschen
  • Tiefes Vertrauen, dass Gott wirkt und durchträgt
  • Geduld, auf Gottes Zeit zu warten
5x5x5-Gebet für Japan
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Fünf Minuten am Tag, fünf Tage lang, für fünf strategische Bereiche beten, damit Japaner Jesus erkennen.

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Deutsch-Japanisches Missionsfest (27.-28. Oktober 2018)

Erfahren Sie mehr über Japan bei unserem Missionsfest in Mücke, Hessen.

Thema: “Hand in Hand für die unvollendete Aufgabe”.

Sie sind herzlich willkommen. Laden Sie auch japanische Freunde dazu ein.

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