Reiko wurde in eine typische japanische Familie hineingeboren. Als junge Erwachsene mit starker Persönlichkeit suchte sie einen Neustart ausserhalb ihres Umfelds und nahm eine Stelle als Au-Pair in London an. Sie kam in Kontakt mit einer Bibelgruppe einer pensionierten Japanmissionarin und belegte später einen 10-Wochen-Kurs an der Abby Missionary Language School. Während dieser Zeit kam sie zum Glauben und beschloss, sich taufen zu lassen.
Zur selben Zeit war auch ein junger Mann aus der Schweiz an der Abby School. Er war interessiert an Mission und offen für alles. Während der Abby School wuchs in ihm das Verlangen, als Erwachsener noch einmal getauft zu werden. In der Taufvorbereitung lernte Max dann Reiko kennen und im Dezember 1974 wurden beide gleichzeitig getauft.
Im folgenden Jahr entwickelte sich ihre Beziehung weiter. Ein Kurzzeiteinsatz mit OMF im Winter 1975/76 in Hokkaido bestätigte zum einen den Ruf nach Japan und zum anderen den gemeinsamen Weg.
Es folgten mehrere Jahre der Vorbereitung, unter anderem der Besuch der Schweizerischen Evangelischen Bibelschule SEB (heute TDS) in Aarau. Reiko und Max würden drei Kinder geschenkt, Matthias, Rahel und Tabea. OMF Japan war gegenüber Mischehen jedoch sehr kritisch eingestellt und deshalb planten sie die Ausreise mit der Schweizer Allianz Mission (SAM) für Frühling 1983.
Nach zwei Jahren Sprachstudium und zwei Jahren Praktikum im Grossraum Tokio wurde ihnen erlaubt, im Stadtteil Gyotoku die erste Gemeinde unter 65’000 Haushalten zu gründen. In diesen 10 Jahren Gemeindearbeit durften sie rund 24 Personen taufen, die zum Teil heute noch aktive Mitglieder der Gemeinde sind. Der Sohn des Ehepaars Nishimura wurde später sogar der Pastor der Gemeinde und unterstützt die neue Tochtergemeinde in Urayasu.
Da eine Gemeindegründung besonders am Anfang sehr kräfteintensiv ist, begannen sie 1999, bestehende kleine japanische Gemeinden mit Manpower und ihrer Erfahrung zu unterstützen, um gemeinsam mit einheimischen Pastoren Gemeinde zu bauen. Es folgten sieben Jahre in einer kleinen Gemeinde in Sumida.
Während dieser Zeit wurden sie von ihrem japanischen Kirchenverband angefragt, ob sie die Leitung der überkirchlichen Jugendarbeit übernehmen würden. Dieser Arbeit blieben sie viele Jahre treu, auch als die SAM ihre Arbeit in Japan beendete und Oehningers unter dem Dach der OMF eine neue Heimat fanden. Gemeinsam mit begeisterten jungen Mitarbeitenden schufen sie einen zentralen Ort in Tokio, wo junge Christen ihre Gaben und Talente ausleben und ausprobieren konnten, um sie später in ihren Heimatgemeinden einzubringen.
Kurz vor ihrer Pensionierung folgte noch ein Jahr als stellvertretende Feldleiter von OMF Japan. Das gab ihnen erneut den Raum, ihr Anliegen der Zusammenarbeit über die Organisations- und Denominationsgrenzen hinaus zu fördern. Seit 2019 wohnen Reiko und Max im Aargau, ganz in der Nähe ihrer sieben Enkelkinder. Sie engagieren sich in einer kleinen Gemeinde im Wehntal.
