Kinder, die nicht in ihrem Heimatland, sondern einer anderen Kultur aufwachsen, sind sogenannte „Third-Culture-Kids“ (TCK). Manuela Langhans erzählt von den Schwierigkeiten eines solchen Lebens, aber auch davon, wie sie heute Kinder und Jugendliche in ähnlichen Situationen unterstützt.
Bitte fragen Sie mich nicht: „Woher kommst du?“! Sonst müssen Sie damit rechnen, dass ich Ihnen mein halbes Leben erzähle. „Ich lebe in Deutschland, bin aber in Japan geboren und aufgewachsen. Ich ging in Singapur zur Schule und verbrachte nur die Ferien bei meinen Eltern in Japan.”

Als ich von Asien “zurück” nach Deutschland kam, hatte ich viele emotionale Hochs und Tiefs, die mir aber damals gar nicht bewusst waren. Wenn Bekannte nachfragten, antwortete ich immer, dass ich schon wieder Fuß gefasst hätte. Im Rückblick war das aber nicht so.
Heute bin ich Koordinatorin für TCK bei OMF Deutschland. Ich freue mich, wenn ich Kinder treffe, die sich fragen, so wie ich damals, ob sie sich je in Deutschland zu Hause fühlen können. Werden sie je Freunde finden, die verstehen, wie es ihnen geht? Durch meine Erfahrungen kann ich sie ermutigen und bestätigen, dass es weitergeht.
Irgendwann werden auch sie auf diese schwierige Übergangszeit zurückschauen und merken, dass sie nun wirklich angekommen sind!
Wie kann ich TCK helfen, in der “Heimat” anzukommen? Einfach, indem ich zuhöre und Interesse zeige, aber auch, indem ich selber erzähle und bezeuge, dass es auch hier eine Zukunft geben kann, trotz aller Erinnerungen an eine “andere Welt”.