Als ich vor rund zwanzig Jahren zum ersten Mal in Thailand war, war es eine wilde Flut von Eindrücken, die auf mich einprasselten: Viel Verkehr, faszinierende Fleisch-, Fisch- und Touristenmärkte, wunderschöne Sandstrände und scheinbar endlose Reisfelder. Zum Glück hatten wir zwei erfahrene Reisebegleiter, die dafür sorgten, dass wir nicht verloren gingen.
Obwohl unsere Reisebegleiter schon mehrere Jahre in Thailand lebten, betonten sie immer wieder, dass sie die Kultur und die Sprache noch nicht sehr gut kennen würden – für mich damals eine massive Untertreibung. Rückblickend verstehe ich diese Aussagen besser. Es braucht einen langen Atem, oder «man muss sich auf den langen Weg einlassen», wie Ulrich schreibt, um nicht nur die äusserliche Fassade Thailands, sondern auch die Kultur zu verstehen.
Der Buddhismus in Thailand ist vielschichtig und komplex. Viele streben nach gutem Karma. Doch in der Resignation, dass Hoffnungen in diesem Land unerfüllt bleiben, vertrösten sich viele auf ein besseres nächstes Leben, wie Sam ausführt. Sijmen zeigt auf, warum sich viele Thais an Geister wenden, um schnelle Lösungen für alltägliche Probleme zu erhalten – und wie sie als Gemeinde damit umgehen.
Ueli und Christina schliesslich bringen es auf den Punkt, worum es bei der christlichen Arbeit in Thailand geht: Menschen ihre Würde zurückzugeben; ihnen zeigen, dass ihre Leben nicht Konsequenz von gutem oder schlechtem Karma oder ihrem Umgang mit Geistern sind. Welche Freude, wenn Thais erkennen, dass sie geliebte Geschöpfe Gottes sind, der mit ihnen und unter ihnen sein Reich bauen möchte.
Sind wir bereit, gemeinsam mit ihnen Gottes Reich zu bauen? Für sie zu beten, mit ihnen zu feiern und mit ihnen unterwegs zu sein?