Japan hat in den letzten Jahren, einmal mehr, die Welt im Sturm erobert. Manga, Anime und Bilder von Kirschblüten und Fuji prägen unser Bild von dieser faszinierenden Kultur. Gleichzeitig gehört Japan aber auch zu den am wenigsten erreichten Völkern der Welt. Wieso?
In Japan spielte ich eine Zeit lang in einem Badminton-Klub mit. Es war eine spannende Mischung von älteren Leuten, «Opa» war über 85 Jahre alt, und jüngeren Leuten, die in der Oberstufe täglich trainiert hatten. Gemeinsam hatten wir zwei Mal pro Woche Spass miteinander und ich konnte sie in die Kirche und zu unseren Anlässen einladen. Sie waren wissbegierig und wollten alles über die Schweiz, und ein bisschen über das Christentum, erfahren. Aber von ihnen kam in den über zwei Jahren niemand zum Glauben. Lag das am Umfeld, den sozialen Normen – oder an mir oder an meiner Kirche?
Gemeindebau in Japan ist nicht einfach. Viele Kirchen in Japan wachsen nicht mehr und der Altersdurchschnitt der Pastoren und der Gemeindemitglieder steigt vorzu. Bewährte Gemeindebaumodelle aus westlichen Ländern haben sich leider zu oft als wenig umsetzbar erwiesen.
OMF Japan hat deshalb genau hingeschaut und den Kontakt mit japanischen Pastoren, erfahrenen Gemeindegründern und innovativen japanischen Christen gesucht. Die Rückmeldungen stimmten optimistisch. Durch Partnerschaft zwischen japanischen Gemeinden und interkulturellen Mitarbeitenden, kreative Herangehensweisen und fundierte biblische Lehre kann es gelingen, dass an neuen Orten Reich Gottes gebaut wird.
Weltweit sind viele Christen an einem Missionseinsatz in Japan interessiert – Kurz- und Langzeit. Wir glauben deshalb daran, dass Gott ein «grosses Volk in dieser Stadt» (Apg 18,10) hat und beten weiterhin für das Volk der Japaner. Damit wir Geschichten von seinen Wundertaten, im Kleinen und im Grossen, hören können.