Liebe
Die Liebe ist das zentrale Merkmal von Gottes Reich, denn Gott ist Liebe. Wo er die Liebe in die Herzen ausschüttet, kann eine Umgebung der Liebe entstehen, denn: “Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat.” (1. Johannes 4,19)
Im pulsierenden Rotlichtviertel von Taipei führt Herr Lai* eine kleine Apotheke. Vor dem Eingang, wie Schatten unter dem flackernden Licht, stehen junge, leichtbekleidete Frauen aus Vietnam und Thailand. Ihre Blicke erzählen Geschichten ohne Worte.
Bei einem Straßeneinsatz kommt Peter*, ein OMF-Mitarbeiter, mit Herrn Lai ins Gespräch. Freundlich fragt dieser: „Darf ich Ihnen eine Tasse Tee anbieten?” „Das ist sehr nett von Ihnen, sehr gerne!“
Auf eine Tasse Tee
Die beiden Männer nehmen Platz und Peter nimmt das Gespräch wieder auf. „Sie scheinen hier ein wichtiger Ankerpunkt für die Gemeinschaft zu sein, nicht wahr?” Herr Lai nickt. Peter merkt: der Mann mittleren Alters ist zwar sehr höflich, aber er möchte keinen tieferen Kontakt. Wenn es um sein Privatleben geht, sind seine Lippen versiegelt.
Doch eines Tages steht Herr Lai vor seiner Apotheke, es scheint, als habe er auf Peter gewartet. Er reicht ihm eine zerknitterte Visitenkarte. “Falls Sie einmal mehr Zeit haben, könnten wir eine weitere Tasse Tee trinken … oder uns auch länger unterhalten.”
Der Wunsch eines Vaters
Die Zeit vergeht, die freundschaftliche Beziehung der beiden Männer wächst. Peter erfährt immer mehr aus seinem Leben. Herr Lai ist geschieden, sein Sohn studiert in den USA und hat jeden Kontakt zu seinem Vater abgebrochen. Peter sucht die richtigen Worte, um von Jesus zu reden, der auch in hoffnungslosen Situationen einen Weg hat.
Eines Tages ergreift Herr Lai das Wort. Mit einem Blick, der mehr sagt als tausend Worte, bricht es aus ihm heraus: „Ich wünsche mir, dass mein Sohn den Weg zu Jesus findet. Die Bibel… sie ist ein Buch voller Weisheit, im Gegensatz zu den buddhistischen Schriften, die schwer zu verstehen sind.” „Das ist ein unerwarteter Wunsch“, erwidert Peter. „Warum denken Sie so?”
„Die Worte Buddhas werden oft nur nachgeplappert, ohne das Herz zu berühren oder etwas zu verändern. Aber Jesus … er lehrte uns, Liebe zu geben, Hass abzulegen, dankbar zu sein und unsere Familien und die Welt zu lieben. Das ist es, was ich mir für meinen Sohn wünsche, mehr als alles Wissen und allen Reichtum der Welt.”
Die Straßen von Taipei sind selten Zeugen solcher Wandlungen. Herr Lai, einst ein stummer Beobachter, öffnet sein Herz für den Glauben und neue Hoffnung. Gottes Liebe bahnt sich einen Weg in sein Leben.
Betest du mit, dass der Wunsch in Erfüllung geht?
* Alle Namen geändert