Danissa trifft sich regelmässig mit anderen Studierenden zum Bibelstudium bei mir zu Hause. Sie ist in Pinalangga, einem Fischerdorf auf der Insel Samar, aufgewachsen. Danissas Vater arbeitet als Fischer und verbringt viel Zeit auf dem Meer. Täglich ist es ein Bangen, ob sein Fischfang reichen wird, damit seine Familie mehr als eine Mahlzeit essen kann.
Danissa ist die Älteste von fünf Geschwistern und lernte schon früh Verantwortung zu übernehmen. Während ihrer Schulzeit in Pinalangga begann ihr Tag um 4 Uhr. Sie suchte Brennholz, kochte einen Topf Reis und wusch von Hand die Wäsche für ihre Familie. Kein Wunder, dass Danissa nicht selten zu spät zur Schule kam. Nach Schulschluss kümmerte sie sich um ihre Geschwister und machte ihre Hausaufgaben.
Der Alltag von Danissas Familie ist geprägt von Ungewissheit und einer belastenden Schwere. Oft greifen die Eltern zum Alkohol, um die Alltagsprobleme für einen Moment zu vergessen. Trotz diesen Umständen hat Danissa sich für ein Leben mit Jesus entschieden. Zudem ist sie bestrebt, Lehrerin zu werden und ist deshalb in Leytes Provinzhauptstadt Tacloban gezogen.
Gemeinsam als Jüngerinnen und Jünger Jesu
Viele Studierende aus Samar sind unter einfachen Verhältnissen aufgewachsen und das Leben in der Grossstadt Tacloban überfordert sie. Sie haben Heimweh und fühlen sich einsam und unsicher. Da ich selbst in Samar gelebt habe, kenne ich ihre Lebensumstände. Nun wohne ich auch in der Stadt Tacloban und biete diesen Studierenden Raum, ihre Hoffnungen und Ängste zu äussern. Wir treffen uns einmal in der Woche, essen gemeinsam, lesen die Bibel und teilen unser Leben miteinander. Diese Jüngerschaftstreffen sind für mich wunderbare Lerngemeinschaften. Unser Lehrer ist Jesus Christus. Und gemeinsam, als Jüngerinnen und Jünger Jesu, lernen wir von ihm und voneinander.

«In unserem Bibelstudium habe ich meine Verantwortung erkannt, als Nachfolgerin Jesu Gottes Wort weiterzuerzählen. Ich bete, dass durch meine Worte, meinen Lebensstil und meine Taten meine Schulkollegen und meine Familie Gottes Liebe erfahren.»
(Janelyn)

«Es ist mein Traum Anwältin zu werden. Als Pastorentochter wurde von mir erwartet, vorbildlich zu leben und den Ruf meiner Familie zu schützen. Das war nicht immer einfach. Ich bin Gott dankbar, dass ich ihn kenne und ihm vertrauen lerne. In unseren Jüngerschaftstreffen darf ich meine Gedanken, Erfahrungen und meinen Frust offen teilen. Im Austausch mit den andern und Mirjam lerne ich mehr über Gott und wachse im Glauben.»
(Adiel)

«Durch unsere wöchentlichen Jüngerschaftstreffen kam der Wunsch auf, das Gelernte weiterzugeben. Daraufhin startete ich meine eigene Jüngerschaftsgruppe an meiner Schule.»
(Adilyn)
