Da stehe ich das erste Mal im OMF Suisse Büro und fühle mich wieder als Lehrling. Ich, David Ruprecht, 58 Jahre alt, seit über 35 Jahren verheiratet, Vater von 4 erwachsenen Kindern und fünffacher Grossvater. Aber auch ich, ehemals gelernter Koch, Gastronom mit Wirtepatent, Unternehmer, Administrationsleiter und zuletzt Pastor mit Theologiestudium. Und jetzt stehe ich im Büro, betrachte die Karte an der Wand, lese die ersten Grundlagen auf dem Server und es wird mir deutlich bewusst: Hier bin ich wieder Lehrling.
Nicht dass mir meine bisher erworbenen Skills und Erfahrungen nicht hilfreich wären, aber als zukünftiger Leiter von OMF Suisse, ohne eigene Weltmissions- und Asienerfahrung, muss ich den OMF-Kosmos erst kennenlernen. Schon nur die unzähligen Abkürzungen und fremdsprachigen Projekt-Namen innerhalb OMF zu verstehen, ist herausfordernd!
Gleichzeitig geht mein Herz auf: Da ist ein tolles Team mit wunderbaren, engagierten und begeisterten Mitarbeitenden, welches mich geduldig einführt und unterstützt. Und vor allem ist da unsere gemeinsame Leidenschaft, das Evangelium von Jesus Christus in Wort und Tat unter Ostasiatinnen und Ostasiaten zu bringen.
Als ich merkte, dass meine Zeit als Pastor zu Ende ging, fragte ich Gott intensiv, was er mit mir vorhabe. Gott antwortete nicht spektakulär wie bei Mose im brennenden Busch, sondern eher leise wie bei Elia. Schritt für Schritt führte er mich auf dem Weg zu OMF und inzwischen durfte ich schon manche Bestätigung erfahren. Er weitete meinen Horizont, vom primär lokal handelnden Pastor hin zu einem halben Kontinent, vom Dorf Meilen zur ganzen Schweiz und Ostasien.
Mein grosses Herz für Evangelisation und Jüngerschaft darf ich hier einbringen und viele Erfahrungen und Kenntnisse aus der Geschäftswelt helfen auch bei organisatorischen Aspekten meiner Arbeit. Und so wünsche ich mir und setze weiterhin alles dafür ein, dass Gottes Reich wächst, jetzt ganz besonders in Asien und unter Asiatinnen und Asiaten hier in der Schweiz. Gott möge uns, gemeinsam mit den lokalen Kirchen, im Gebet seine Berufungen für Menschen entdecken lassen, sie darauf ansprechen, sie darin zurüsten, sie senden und begleiten. So dass wieder mehr junge Christen in ihren Missionsauftrag hineinwachsen und sich senden lassen. Ganz besonders liegt mir am Herzen, dass in den Gemeinden in der Schweiz der Blick für die weltweite Mission gestärkt oder auch neu entdeckt wird.
Aber all das kann nicht ich tun, sondern Gott mit uns, wenn wir uns ihm zur Verfügung stellen. Ich bin überzeugt, sein Herz brennt noch mehr dafür als meines.