Die Mongolei ist reich an Bodenschätzen. Schon viele Ortsnamen beinhalten Hinweise darauf. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus begann ein Bergbauboom. Grosse, internationale Firmen erhielten von der Regierung Doch auch viele private Goldgräber machten sich auf die Suche – und wurden fündig.
Vor knapp 20 Jahren kam Bayarmaa, eine Frau um die 40 Jahre, nach einem Gottesdienst auf mich zu und flehte mich an, ihr zu helfen. Sie sei eine Ninja, eine Goldgräberin. «Komm und tue was! Sonst sterben noch mehr Leute. Neben Gewalt in verschiedenen Formen wird das Gold mit Quecksilber aus den gemörserten Steinen extrahiert – zu Hause auf dem Kochherd.» Ich wusste, wie tödlich die Quecksilber-Dämpfe sind. Und so machte ich mich wenig später auf den Weg zum Goldgräberort, an dem diese Frau mit ihren Töchtern lebte und Gold schürfte. Ich merkte bald, dass sie die ‹Chefin› auf dem Platz war. «Wir brauchen sicherere Arbeitsbedingungen und wir brauchen Unterweisung in der Bibel. Denn ohne ein Glaubensfundament und ethischen Richtlinien herrschen hier Zustände wie im ‹Wilden Westen›.»
Ich war komplett überfordert. Wie konnte eine Frau mit ihren beiden Mädchen so leben? Mehr und mehr lernte ich, dass dies kein Einzelfall war, sondern in den unendlichen Weiten der Mongolei tausende Menschen so lebten und arbeiteten.
Von der Bibel geleitet
Zusammen mit unserem Team begannen wir dann, ein entsprechendes Projekt zu erarbeiten. Als Leitmotiv diente mir (Schlachter): «Er hat dir kundgetan, o Mensch, was gut ist; und was fordert Gott von dir, als .
- Recht zu üben (Strukturen zu schaffen, die das Recht hochhalten und Sicherheit vermitteln)
- Güte zu lieben (Gottes Güte ist sichtbar in seiner Schöpfung, Nachhaltigkeit fördern)
- demütig zu wandeln mit deinem Gott?» (hören auf alle Beteiligten und von ihnen lernen)
Schnell wurde klar, dass drei wichtige Aspekte in der Umsetzung berücksichtigt werden müssen:
- Gesetze und Regulationen erstellen. Recht und Sicherheit braucht gesetzliche Grundlagen. Wer darf wo Gold schürfen? Wo wird abgebautes Gold verkauft?
- Wissenschaftliche Grundlagen und angepasste Technologien fördern. Welche Alternativen gibt es zu Quecksilber? Wie können Minen so erstellt werden, dass die Gefahr von Einstürzen reduziert wird?
- Entwicklung ist nur möglich mit Kooperation. Wie kann die Zusammenarbeit und Arbeitsteilung gefördert werden? Wie funktioniert eine Goldgräbergenossenschaft?
Mir war es ein Anliegen, von Anfang an mit allen vom Kleinstbergbau betroffenen und daran beteiligten Leuten in einen konstruktiven Dialog zu treten. Das brauchte Zeit, mehrere Jahre, und manchmal auch Nerven.

Gott schenkt Resultate
Bayarmaa hat mich im Prozess öfters herausgefordert. Sie hat selbst mit Bibelgesprächskreisen an ihrem Ort begonnen und mehr und mehr Verantwortung übernommen, die nötigen Veränderungen zu kommunizieren und umzusetzen. Vier Jahre nach dem mit der Goldgräbergemeinschaft kam eine junge Frau zu mir und bedankte sich. «Nun muss ich keine Angst mehr haben, als Frau zur Goldmine zu gehen. Dank dem Einfluss von einigen unserer Männer, die Jesus nachfolgen, hat sich unsere Goldgräbergenossenschaft selbst Verhaltensregeln auferlegt, die sowohl Menschen und Natur achten.»
