OMF-Mitarbeiter John Orme berichtet, wie ihn die diesjährigen Olympischen Spiele in Paris an eine wunderbare Verbindung zu den Olympischen Spielen in Paris vor 100 Jahren und dem berühmten Sprinter und Missionar Eric Liddell erinnern:
Der Einsatz im ländlichen Japan scheint manchmal eine langsame und frustrierende Erfahrung zu sein. Es kann Jahre geduldigen Dienstes dauern, bis man erkennt, wie der Herr wirkt und wie er Früchte hervorbringt. In den letzten acht Jahren, in denen wir im ländlichen Norden Japans gearbeitet haben, haben wir diese Frustrationen manchmal sehr deutlich gespürt!
Aber der Herr wirkt auch in diesen schwierigen Gegenden, und das schon seit vielen Jahren, manchmal auf eine Weise, die wir nicht so leicht erkennen können!
Gott hat uns vor kurzem durch die bevorstehenden Olympischen Spiele ermutigt. Denn als wir die Werbung und die Kampagnen sahen, wurden wir an unsere japanische Freundin Haruna erinnert.
Nach ihrem Universitätsabschluss zog Haruna in eine sehr ländliche Gegend Japans, in der wir bereits aktiv waren. Als frisch gebackene Christin brachte sie frischen Wind und Enthusiasmus in die kleine und müde Gemeinde, und der Herr hat sie dazu benutzt, auch anderen seine Liebe und rettende Gnade zu bringen.
Den Staffel-Stab der Vergebung ergreifen
Vor 100 Jahren fanden die Olympischen Spiele zuletzt in Paris statt. Bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris gewann Eric Liddell Gold über 400 m, eine Geschichte, die durch den Film “Chariots of Fire” aus dem Jahr 1981 berühmt wurde. Nach seinem Olympiasieg folgte Liddell dem Ruf des Herrn als christlicher Mitarbeiter und Lehrer nach China. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Eric zusammen mit anderen Mitarbeitern und den Schülern des Internats der China Inland Mission von der kaiserlichen japanischen Armee interniert.
Einer dieser Schüler war Steve Metcalf (1927–2014). Steve war sehr beeindruckt und beeinflusst von Liddells Bestreben, seine Feinde, die Japaner, zu lieben. Nachdem Liddell im Lager verstorben war, versprach Steven dem Herrn, Missionar in Japan zu werden, wenn er den Krieg überleben würde.
In seiner Biografie mit Ronald Clements, “In Japan the Crickets Cry”, erinnerte sich Steve:
“Die letzte Ruhestätte dieses berühmten Athleten war eine unauffällige Ecke eines stinkenden Gefangenenlagers, markiert durch ein grobes Kreuz mit seinem Namen darauf, geschrieben mit Schuhwichse.”
“Ist das alles?”, fragte ich mich. “Ist das alles, was einem so großartigen Mann widerfährt?” Sein Tod schien so sinnlos, dass er im Widerspruch zu seinem Beitrag zum Leben stand.
Wir beide übernahmen die Aufgaben, die Eric zurückgelassen hatte.
Dort am Grab nahm ich auch den Stab auf, den er gehalten hatte – den Stab der Vergebung.
Ich sagte Gott, dass ich, wenn ich lebend aus dem Lager herauskäme, als Missionar nach Japan gehen würde.”
Ein überraschendes Band der Gnade
Nach dem Krieg kam Steve als Mitarbeiter der OMF nach Japan, wo er in vielen Gebieten evangelisierte und Gemeinden gründete, darunter auch in der kleinen Stadt, in der wir tätig sind. Während seines Aufenthalts hier wurde Steve von seinem Shogi-Partner (japanisches Schach) einem jungen Buchhändler vorgestellt. Er kam mit diesem jungen Mann ins Gespräch, und im Laufe der Zeit kam der junge Buchhändler zum Glauben, ließ sich taufen und beschloss, Pastor zu werden.
Dieser junge Pastor diente in einer Reihe von Kirchen, heiratete und gründete eine Familie, die Jesus nachfolgte. Seine Tochter wurde ebenfalls in den Dienst berufen. Zunächst wurde sie Mitarbeiterin in Taiwan, kehrte dann aber als Pastorin in eine Kirche in Tokio zurück. Auch sie heiratete und gründete eine Familie, die Jesus nachfolgte, und schickte ihre eigene Tochter auf die International Christian University (ICU) in Tokio.
Haruna lernte die Tochter der Pastorin kennen, als sie beide an der ICU studierten. Sie lud Haruna in die Kirche ein, und durch ihre Freundschaft kam Haruna zum Glauben und ließ sich kurz vor ihrem Universitätsabschluss taufen, zog in den Norden und schloss sich unserer kleinen, ländlichen Gemeindegründung an.
Anhand dieses 100-jährigen Fadens können wir sehen, wie der Herr daran gearbeitet hat, sein Evangelium in diese Ecke des ländlichen Japans zu bringen. Dieser Faden begann nicht erst mit Eric Liddell, sondern reicht zurück bis zu denen, die ihn teilhaben ließen, ihn förderten und ihm das Christentum lehrten. Er endet auch nicht mit Haruna, sondern reicht bereits über sie hinaus, da sie ihren Glauben teilt und erlebt, wie andere darauf reagieren, indem sie Jesus nachfolgen. Und natürlich ist dies nur ein kleiner Faden in einem Netz, das mit Christus begann und sich in alle Ecken seiner Schöpfung erstreckt.
Nächste Schritte:
- Betest du mit uns für Japan? Unser Gebetsheft “Japan. Hinter den Kulissen” ist eine wunderbare Einführung in das Land und enthält wichtige Gebetsanliegen.
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