Während dem Daniel-Training am Japanese Language and Culture Center (JLCC ) lernen alle neuen OMF-Mitglieder, wie wichtig das Erlernen von Sprache und Kultur ist, um in Japan zu leben und zu dienen. Daher lautet einer der Leitsätze von OMF Japan: «unsere Arbeit ist inkarnatorisch und kontextualisiert».
Inkarnatorisch: Das Wort Gottes in der Herzenssprache vermitteln
Im JLCC sehe ich viele Kollegen, die mit viel Leidenschaft, den Japanern die gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden, ankommen. Aber sie werden durch den Stress des Lebens in einer neuen Kultur oder die Schwierigkeiten beim Erlernen einer neuen Sprache leider allzuschnell entmutigt. Später, wenn sie den Bibelkurs beginnen, in welchem sie ihren Lehrpersonen Teile des Evangeliums auf Japanisch erklären sollen, sehe ich das Feuer in ihre Augen zurückkommen. Sie erinnern sich, dass sie kamen, um den Japanern von Jesus und der Bibel zu erzählen.
Aber Japaner hören nicht nur mit ihren Ohren zu. Sie hören auch mit ihrem Herzen. Damit unsere Botschaft gut verstanden wird, müssen wir das Herz der Japaner kennen. Der Ausdruck «inkarnatorisch» erinnert uns daran, dass wir unter Japanern leben und Freundschaften mit ihnen schliessen sollen. Denn in Gemeinschaft mit japanischen Nachbarn und Freunden lernen und verstehen wir, was ihnen wichtig ist, was sie fürchten, wonach sie sich sehnen.
Kontextualisiert: Das Wort Gottes dem Ziel entsprechend vermitteln
Dabei dürfen wir das Evangelium niemals aus den Augen verlieren. Vielmehr sollen wir das, was wir von den Japanern lernen, in Hinsicht auf biblische Wahrheit reflektieren. Dies ist der zweite Teil unseres Leitsatzes: Kontextualisierung. Das Evangelium hat die Kraft, Herzen zu verändern und es gibt viele Wege, es unseren japanischen Nachbarn zu vermitteln. Es erfordert unser Wissen und unsere Sensibilität, um ihnen die frohe Botschaft wahrhaftig und mutig zu verkünden – aber auch auf eine angemessene Weise, die sie verstehen und so Gottes unerschöpfliche Liebe annehmen können.
Wir können in schönstem Japanisch sprechen, aber dabei völlig das Herz der Menschen verfehlen, denen wir predigen. Wir können eine perfekte Umgebung für Japaner schaffen, aber dennoch kommt niemand zum Glauben. Auch wenn unser Dienst inkarnatorisch und kontextualisiert ist, wollen wir weiter an unseren Japanischkenntnissen und unserem kulturellen Verständnis arbeiten und niemals vergessen, wer uns gesandt hat und welche Aufgabe uns gegeben wurde – mit einem Herzen für Christus und die Japaner.
