Betend unterwegs in Japan

Es gibt das japanische Sprichwort: «ein herausragender Nagel muss eingeschlagen werden». Es beschreibt den Druck, sich der japanischen Gesellschaft anzupassen. Diese Art Konformität erstreckt sich über die verschiedensten Lebensbereiche, unter anderem auch hinsichtlich Glaube und Religion. Da ca. 80% der japanischen Bevölkerung dem Buddhismus oder Shinto angehören, sind verschiedenste religiöse Traditionen tief im Alltag eingebettet. Deshalb ist das Leben als Christ in Japan herausfordernd. Auf meiner Reise in Japan habe ich diesen Druck der Konformität ebenfalls beobachten können – sowohl bei Einheimischen wie auch bei Ausländern wie z. B. interkulturellen Mitarbeitenden.

Unsere sechsköpfige, internationale Gebetsgruppe besuchte verschiedene Kirchen, Pastoren und OMF Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche ihre Erfahrungen und Gebetsanliegen mit uns teilten. Wir  beteten für sie, für ihre Herausforderungen und für ihre zukünftige Entwicklung. Bei diesen Treffen lernte ich auch verschiedenstes über das Leben als Christ in Japan.

Der Besuch einer Kirche in Fukushima hat bleibenden Eindruck hinterlassen.

Während der Reise habe ich mehrmals gespürt, wie ich im Herzen berührt wurde. Ein Beispiel dafür ist die erste baptistische Gemeinde in Fukushima, welche aufgrund der Nuklearkatastrophe im Jahr 2011 mehrerer Male ihre Kirche und ihr Zuhause verlassen mussten. Der Pastor dieser Gemeinde, Sako-sensei (sensei bedeutet Lehrer oder Prediger), zeigte uns ein Video, wie sie eines Tages für einen Besuch in ihre immer noch radioaktiv verstrahlte Kirche zurückgekehrt sind – mit Schutzanzügen. Begleitet von Klaviermusik sangen sie mitten im Chaos Loblieder zu unserem Gott. Ihr starker Glaube und Vertrauen auf den Herrn trotz der schwierigen und traurigen Situation hat mich sehr berührt. Es war auch sehr spannend zu beobachten, wie diese und weitere Kirchen trotz ihrem Abweichen von der Norm einen Umgang mit der japanischen Gesellschaft finden.

Auch die Begegnung mit der philippinischen OMF Mitarbeiterin Grace, ist mir stark geblieben. Sie erzählte uns ihre Geschichte und wie sie lernte F.A.T. (faithful, available, teachable bzw. treu, verfügbar, belehrbar) zu sein. Diese drei Punkte sind eine wichtige Grundlage für unsere Nachfolge von Jesus und können in verschiedensten Situationen notwendig sein. Auch ich möchte diese Eigenschaften immer mehr kultivieren, egal ob ich in der Zukunft ebenfalls in die Mission im Ausland gerufen werde oder ob ich berufen bin, hier in der Schweiz zu bleiben.

Zudem möchte ich weiterhin regelmässig für das Land Japan beten. Für die Kirchen und Missionsarbeit, für unsere Glaubensgeschwister dort, egal ob einheimisch oder ausländisch. Gerne möchte ich auch dich ermutigen, für die weltweite Mission im Gebet einzustehen, so wie es im 1. Timotheus 2,1 steht – sei das spezifisch für Japan oder für ein anderes Land.

Und abschliessend ist mein Herz erfüllt von dem grossen Segen, welchen ich auf dieser Reise erlebt habe und auch erfüllt von neuer tiefer Bewunderung und Dankbarkeit unserem Herrn gegenüber. Möge Er in Ewigkeit gepriesen werden!

Geschrieben von Flavia

Flavia nahm im Herbst 2023 an einer zweiwöchigen Gebetsreise in Japan teil. Gemeinsam mit einem internationalen Team besuchten sie Christen und OMF Mitarbeitende in Tohoku.

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