Ich bin Alicia und hatte das Privileg, von Februar bis Mai 2026 in Chiang Mai, Thailand dienen zu dürfen.
Mein Einsatz führte mich ins Mädchenheim der Baan Nok Kamin Foundation, welches im Norden von Thailand am Rande der Stadt Chiang Mai stationiert ist. Dort leben, verteilt auf drei Grossfamilienhäuser, viele wunderbare Mädchen im Alter zwischen 5 und 18 Jahre. Die Mädchen leben dort in einer liebenvollen Familie und werden von einem Ehepaar betreut.
Bei Baan Nok Kamin Chiang Mai gibt es nebst den Mädchenhäusern auch den KidD-Club, ein Angebot für die Kinder aus dem Dorf. Dort wird zusammen Leben geteilt und den Kindern werden wichtige Lektionen fürs Leben beigebracht. Unsere Hauptanliegen waren zusammen kochen, essen, singen, gemeinsame Ausflüge machen, kreativ sein und den Kindern Raum schaffen für Spiel und Spass. Meine Aufgabe im KidD war es zudem, den Kindern Englisch zu Unterrichten. Auf spielerische Art und Weise gewann ich das Vertrauen der Kinder und die Sprachbarriere senkte sich nach und nach – was auch an meinem zunehmenden Verständnis der Thai-Sprache lag. Dafür war und bin ich sehr dankbar.
Jeden Abend spielten wir mit den Kindern zwei Stunden lang Fussball und trainierten für Turniere.
Die schönsten Momente waren für mich die Zeiten, in welchen wir Familie leben konnten: Wo tiefstes Vertrauen herrschte, jeder sich öffnen konnte, man zusammen betete, Gott lobte und man erkannte, das Gottes Familie über Blutlinie, Herkunft, Sprache und Nationalität hinausgeht. Sei es mit den Familien mit den Kindern, mit den Mitarbeitern von BNK oder den Mitgliedern der örtlichen Kirche: Sie alle wurden für mich zu echten “Pi’s” und “Nong’s”, zu älteren und jüngeren Geschwistern.
Mein Glaube wurde während meiner Zeit in Thailand geformt, gestärkt und geprüft. Noch nie hatte ich so stark erlebt, was Gemeinschaft und Abhängigkeit von Gott eigentlich bedeuten. Ich bin so dankbar, dass Gott mir mehr von seinem Herz und seiner Liebe gezeigt hat.
Das schönste Zeugnis für mich ist, dass die Liebe Gottes durch mich hindurch anderen Halt geben durfte, auch ganz ohne grosse Worte durch einfaches Dasein. Und so durfte ich erleben, wie blosse Liebe mich zu einer Ersatz-Schwester, zur Motivatorin in der Schule oder zur Ermutigerin auf dem Weg zum Christwerden machen konnte.